Unternehmen im Visier
Eine zweite Chance für Tablet-PCs

Tablet-PCs sollen nun endlich die Unternehmenswelt erobern. Nachdem der Verkauf der mobilen Computer deutlich schwächer war, als von den Anbietern erwartet, starten Microsoft und die Computerhersteller jetzt einen zweiten Versuch, den Tablet-PC populär zu machen. Gestern präsentierte der Softwarekonzern aus Redmond in München ein neues Betriebssystem, das extra für die tragbaren PCs entwickelt wurde. Die „Tablet-PC Edition 2004“ soll im Sommer auf den Markt kommen.

ruk/jojo MÜNCHEN. Bereits im November 2002 hat Bill Gates auf der Computermesse Comdex in Las Vegas seine Vision von dem Siegeszug der flachen Rechner vorgestellt. Tablet-PCs seien für eine Vielzahl von Anwendungen die geeigneteren Rechner, schwärmte der Microsoft-Gründer. Doch bis heute spielt das ultra-flache Notebook kaum eine Rolle in den Firmen. Die Verkaufszahlen sind verschwindend gering. Nach einem bemerkenswerten Start mit 120 000 Geräten im ersten Quartal des vergangenen Jahres ist das Kaufinteresse stark zurückgegangen und seither so geblieben.

Nun steht nach dem schwachen Start eine zweite Angebotswelle namhafter Hersteller – vor allem aus Japan und Taiwan – ins Haus. „Die Geräte der ersten Runde haben vor allem Tests in den Unternehmen gedient, wie sich Tablet-PCs im Alltag einsetzen lassen“, sagt der in Deutschland für das Thema zuständige Microsoft-Manager Bastian Braun. Daraus hätten die Computerhersteller gelernt und zahlreiche Verbesserungen eingebaut.

Der Trend geht nun zu einer Modell-Politik, die sich mit unterschiedlichen Modellen stärker an den Anforderungen verschiedener Nutzergruppen ausrichtet. Dabei setzen die Hersteller wie Acer, NEC, Fujitsu-Siemens oder Toshiba vor allem auf den Einsatz der mobilen Rechner im Außendienst und in schwierigen Gelände, etwa auf Baustellen. Hardware-technisch haben die Computerbauer leistungsfähigere Prozessoren integriert, eine deutlich verlängerte Nutzungsdauer bei den Batterien erreicht sowie einen automatischen Wechsel zwischen horizontalem und vertikalem Arbeiten am Bildschirm ermöglicht.

Das neue Betriebssystem, das Microsoft nun speziell für den neuen Rechner-Typ entwickelt hat, bietet vor allem eine verbesserte Handschriftenerkennung. Die bisherige Windows-XP-Version für Tablet-PCs kann zwar bereits ganze Wörter statt nur einzelner Buchstaben erkennen. Das neue Programm berücksichtigt nun zudem, in welcher Anwendungsumgebung gearbeitet wird – ob ein Text geschrieben oder Daten für eine Tabellenkalkulation erfasst werden. Diese so genannte kontextsensitive Eingabe soll die Fehlerhäufigkeit bei der Datenerfassung senken.

Die Marktforscher der Meta Group sind zuversichtlich, dass der zweite Anlauf erfolgreicher verläuft als der erste: Sie erwarten für Ende 2004 eine verstärkte Nachfrage nach Tablet-PCs. Bis 2006 könnten Tablet-PCs etwa ein Viertel aller Notebooks ausmachen. Dann würden alleine in Deutschland mehr dieser Geräte verkauft, als weltweit im vergangenen Jahr. Dazu sei aber „eine breit angelegte Kampagne der Anbieter“ notwendig, um „den Mehrwert der Geräte gegenüber konventionellen Plattformen und die möglichen Einsatzbereiche“ aufzuzeigen, heißt es in einer neuen Studie der Berater.

Mobile Rechner

Laptops: Die tragbaren PCs ähneln dem Desktop-Rechner. Dateneingabe und Steuerung erfolgen über Tastatur und Maus. Es werden inzwischen mehr Laptops verkauft als Tischrechner.
PDA: Die kleinen handflächengroßen Taschencomputer können den Laptop nicht ersetzen. Sie dienen vor allem der Terminverwaltung.
Tablet-PC: Die ultradünnen PCs sollen die Datenerfassung in Unternehmen und im Krankenhaus erleichtern.

Quelle: Handelsblatt

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