Unternehmen will Nummer eins im lukrativen Geschäft mit Autoherstellern werden
Japanischer Halbleiter-Hersteller Renesas greift Infineon an

Der japanische Chipkonzern Renesas setzt seinen deutschen Wettbewerber Infineon unter Druck. "Bis 2010 wollen wir weltweit die Nummer eins im Geschäft mit Automobilherstellern sein", sagte Renesas-Chef Koichi Nagasawa gestern dem Handelsblatt. Damit verschärft Renesas den Konkurrenzkampf genau in dem Bereich, in dem Infineon bislang am meisten verdient hat.

jojo HANNOVER."Unsere Ausgangslage ist ausgezeichnet, weil wir schon heute viel an japanische Autobauer wie Toyota verkaufen", sagte Nagasawa auf der Computermesse Cebit. Allerdings liegen die Japaner derzeit weltweit mit einem Marktanteil von rund sieben Prozent noch deutlich hinter den im Autosektor führenden Anbietern Freescale, Infineon und ST Microelectronics. Das werde sich in den nächsten Jahren aber ändern. Nagasawa gibt sich kämpferisch. Schon heute seien 80 Prozent aller Auto-Informationssysteme in Europa mit Chips von Renesas ausgestattet.

Die Attacke ist bitter für Infineon, denn mit Halbleitern für die Auto- und Industrieelektronik verdient die frühere Siemens-Tochter seit Jahren das meiste Geld. Die Kommunikationssparten und das Speicherchip-Geschäft der Münchener fuhren in den vergangenen Jahren oft rote Zahlen ein.

Für Infineon-Chef Wolfgang Ziebart hat die Autoelektronik aus einem weiteren Grund einen wichtigen Stellenwert: "Das ist der letzte Bereich der Elektronik, in dem Europa eine führende Rolle einnimmt", sagte er jüngst in München. Während Renesas im Schlepptau der japanischen Branchenschwergewichte Toyota und Honda an die Weltspitze vorrücken will, hofft Ziebart auf positive Effekte durch die Nähe zu den großen deutschen Autobauern.

Renesas ist außerhalb der Chipindustrie noch weitgehend unbekannt. Das Unternehmen aus Tokio entstand erst vor zwei Jahren aus der Fusion der Halbleitersparten von Hitachi und Mitsubishi. Die beiden Elektronikriesen halten nach wie vor je die Hälfte der Anteile

.

Hinter Infineon sind die Japaner momentan nach Angaben der Marktforscher von Gartner auf dem Chipmarkt weltweit die Nummer fünf mit einem Umsatz von knapp neun Mrd. Dollar. Die Eigentümer strebten einen Börsengang an, sagte Nagasawa, momentan gebe es aber noch keinen Zeitplan. Dies hänge vom Umfeld an der Börse und dem Chipmarkt ab.

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