Unternehmens-Websites
Spezialsoftware sorgt für aktuelle Daten

Nachrichten aus der Landwirtschaft, Wetternews und Handy-Klingeltöne - wer die Website der Firma Claas besucht, findet nicht nur trockene Produktbeschreibungen. Dafür, dass die Menge an Inhalten aktuell und schnell auf die Seiten gelangt, sorgt ein Content Management-System (CMS). Damit lassen sich Homepages effizienter verwalten.

DÜSSELDORF. Claas, Hersteller von Mähdreschern, Traktoren und Landmaschinen, hat im vergangenen Jahr seinen Webauftritt komplett erneuert und mit zusätzlichen Inhalten aufgewertet - um sich besser von Wettbewerbern abzuheben. "In den vergangenen Jahren haben sich immer mehr Prozesse der Firma nach außen verlagert", sagt Armin Reupert, Verkaufsdirektor bei Noinex, die für Claas die Webportale entwickelt haben. Es gebe heute ein komplexes Geflecht an Partnern, und alle müssen zuverlässig mit Informationen versorgt werden, so Reupert. 15 Länderseiten in sechs Sprachen hat Claas, dazu ein Händler-Extranet und ein Intranet. Und neben Unterhaltung stehen nützliche Dinge online, wie ein Schadensmanagement: Fehlermeldungen gelangen direkt von den Landmaschinen-Nutzern zur Servicezentrale von Claas.

Dafür, dass die Menge an Inhalten aktuell und schnell auf die Seiten gelangt, sorgt ein Content Management-System (CMS). "Man braucht ein CMS immer dann, wenn man viele Inhalte hat, die regelmäßig verbreitet werden sollen", sagt Michael Heise von Pixelpark in Köln. Es sei eine zentrale Drehscheibe für Texte, Bilder und Töne und bringt sie dorthin, wo sie benötigt werden. Das können Intranet und Internet sein oder auch Gebrauchsanleitungen und Werbebroschüren. Das System verwaltet den Inhalt zentral. "Die Alternative wäre, beispielsweise jede Website einzeln von Hand zu aktualisieren", beschreibt Heise.

"Das schnelle Bereitstellen von Inhalten bietet heute einen nicht zu unterschätzenden Zusatzwert für die Kunden", sagt auch Willms Buhse, Mitglied der Geschäftsleitung von Coremedia in Hamburg. Ob in Form von Gebrauchsanleitungen, Analysen, Studien, Kundeninformationen - das CMS von Coremedia soll Unternehmen ermöglichen, diese Projekte einfach zu erstellen, umzusetzen und zu publizieren. Content Application Engine heißt der Antrieb des CMS. "Es ist wie eine Integrationsschicht, die verschiedene Inhalts- oder Daten-Quellen zusammenführt", beschreibt Buhse. Sie sorgt automatisch dafür, dass immer die aktuellsten Inhalte und Daten verfügbar sind. Die Plattform sei technisch so entwickelt, dass sie schnell und flexibel diese Anforderungen umsetzen könne - auch im Zusammenspiel mit anderen Systemen wie etwa SAP.

Ein Beispiel: Die internationalen Tochterfirmen eines Unternehmens haben unterschiedliche Corporate Designs. Die Produkte und Inhalte sind aber weltweit identisch. Das CMS versorgt die verschiedenen Designvorlagen einheitlich und zeitgleich mit Informationen. Ein weiterer Trend, gerade bei Webauftritten, sind dynamische Inhalte, zum Beispiel die persönliche Ansprache beim Aufrufen der Seite oder zugeschnittene Inhalte. Im Portal Wissen.de beispielsweise stehen rund 850 000 Texte zu den unterschiedlichsten Themen. Sie sollen nicht nur aktuell und schnell auf den Bildschirmen der wöchentlich 1,85 Millionen Nutzer erscheinen, auch solle Werbung passend zu den Inhalten eingeblendet werden. "Beispielsweise wird das Angebot eines Reiseveranstalters auf einer Seite mit Informationen über ein Land angezeigt", so Reupert. Für den Nutzer soll nicht spürbar sein, dass die Seite gerade erst gebaut wird.

Eine weitere Entwicklung, auf die Unternehmen reagieren müssen, ist Interaktivität. Blogs, Wikis, Bewertungen und Empfehlungen gehören mittlerweile zum Standard. Das CMS muss das bewältigen können. "Früher war Content Management eine Einbahnstraße von der Redaktion zu den Lesern", sagt Bernd Völcker, Vorstand von Infopark in Berlin. Heute seien Internetseiten Plattformen, an denen jeder teilhaben und Inhalte beisteuern soll. Die Berliner stellen auf der Systems ihr neues CMS Fiona 6.5 vor. "Wenn alle Nutzer Inhalte beisteuern können, erfordert das technisch erhebliche Veränderungen", so Völcker. Das neue System sei in der Lage, einen Rückkanal zu bieten. Es unterstützt beispielsweise Empfehlungsmarketing: Kunden kommentieren die Produkte, für andere sind diese Bewertungen sofort sichtbar.

"Der Mittelstand ist beim Thema CMS immer ein bisschen hinterher", sagt Völcker. Große Unternehmen hätten ganz andere Möglichkeiten und Ressourcen, etwas auszuprobieren.

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