Unternehmenssoftware
Daten-Cockpit im Unternehmen

Kleine Anbieter von Business-Intelligence-Systemen greifen die Platzhirsche auf dem Software-Markt an. Die Programme ermöglichen eine bisher nicht gekannte Transparenz über das Unternehmensgeschehen. Die Hersteller haben besonders die grafische Darstellung deutlich verbessert.

DÜSSELDORF. Kleine innovative Softwarefirmen bringen neuen Schwung in den Markt für sogenannte Business-Intelligence-Systeme. Sie verwandeln die Rechner in den einzelnen Abteilungen zum Daten-Cockpit und schaffen so eine bisher nicht gekannte Transparenz über das Unternehmensgeschehen. Gleichzeitig erleichtern sie eine flexible und effiziente Abwicklung von Planungsprozessen. "Gerade in rezessiven Phasen sind solche Systeme gefragt", sagt Carsten Bange, Geschäftsführer des Business Application Research Centers (Barc), einem Spin-off der Uni Würzburg, das Firmen bei der Konzeption und Auswahl von Business-Intelligence-Systemen berät.

Selbst 2008, als sich die Krise schon abzeichnete und viele Softwarehersteller mit Umsatzeinbußen zu kämpfen hatten, ist die Nachfrage nach den sogenannten BI-Programmen in Deutschland noch um mehr als sechs Prozent auf 754 Mrd. Euro gewachsen. 2007 lag das Umsatzwachstum bei knapp 14 Prozent. Und auch im ersten Halbjahr dieses Jahres hätten viele Firmen noch in neue Software investiert, so Bange. Allerdings rechnet der Barc-Geschäftsführer 2009 wegen des erhöhten Preisdrucks nicht mit einer weiteren Steigerung des Umsatzes.

"Inzwischen entscheidet nicht mehr die Größe (gemessen in Umsatz) des Anbieters über den Markterfolg, sondern die angebotene Technologie", sagt Bange. Während die vier marktführenden Anbieter SAP, Oracle, SAS und IBM 2008 zwar zusammen circa die Hälfte des Gesamtumsatzes aller Anbieter (49,7 Prozent) erwirtschafteten, konnten sie ihren Gesamtanteil nicht steigern. Dagegen gelang kleineren Firmen wie beispielsweise QlikTech mit rund 47 Prozent Umsatzwachstum erstmals der Sprung in die Top 10. Der schwedische Anbieter hat eine Analysesoftware entwickelt, die nun auch Mitarbeitern in Fachabteilungen die Auswertung der Unternehmensdaten nach ihren Fragestellungen ermöglicht. Bisherige BI-Programme haben ihre Analyse zu kompliziert aufbereitet, so dass diese oft nur für Experten verständlich waren. Die "QlikView" genannte Software bietet die Analyse und Abfrage in einem Produkt. Die Software verknüpft verschiedene Datenquellen miteinander, lädt die Informationen in den Hauptspeicher des Rechners und verknüpft diese über Schlüsselfelder miteinander. Die Ergebnisse werden dann je nach visueller Präferenz der Abteilung aufbereitet. "Die Finanzleute lieben eher Tabellen, während die Verantwortlichen in der Produktion eher mit Tortendiagrammen klarkommen", erläutert QlikTech-Deutschland-Geschäftsführer Ulrich Beckmann.

Anders als bei traditionellen BI-Lösungen werde bei der Arbeit mit "Qlikview" schnell klar, dass man keine Kompromisse machen müsse und dass Zuverlässigkeit und Flexibilität bei einer BI-Lösung keine Widersprüche seien, erläutert Muthuraman Ramasamy, Frost-&-Sullivan-Research-Analyst, die Gründe für den Erfolg des Anbieters. Allerdings sei das Programm eher für kleinere Datenmengen und eher für mittelständische Firmen geeignet, sagt Barc-Experte Bange.

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