Urheberrecht Google löscht Millionen Links

Google entfernt pro Monat über eine Million illegale Links aus seinem Suchindex. Das belegt eine neue Statistik, die das Unternehmen ab sofort regelmäßig veröffentlicht. Die meisten Anträge stellt ein Konkurrent.
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Der neue Dienst zeigt etwa, dass im vergangenen Monat über 1,2 Millionen Links allein aufgrund von Urheberrechtsverletzungen aus der Google-Datenbank entfernt wurden. Quelle: Screenshot - Google

Der neue Dienst zeigt etwa, dass im vergangenen Monat über 1,2 Millionen Links allein aufgrund von Urheberrechtsverletzungen aus der Google-Datenbank entfernt wurden.

(Foto: Screenshot - Google)

San FranciscoBei Google gesucht und das Gewünschte nicht gefunden? Das kann gute Gründe haben. Pro Woche gehen in der Unternehmenszentrale in Mountain View mittlerweile rund 250000 Anträge auf Sperrung von Web-Verlinkungen mit illegal gehosteten urheberrechtlich geschützten Inhalten ein. Das ist mehr als im gesamten Jahr 2009 eingegangen sind, teilt Google heute in einem Blogeintrag mit. Der Suchmaschinenkonzern hat seinen Service Transparency um eine Rubrik mit den entsprechenden Angaben erweitert, zunächst nur für den US-Markt. Bislang gab es nur Zahlen zu staatlichen oder gerichtlichen Aufforderungen zur Herausgabe von Nutzerdaten oder Sperrung von Inhalten sowie Statistiken zum Nutzungsverhalten von Google-Angeboten.
Die jetzt veröffentlichten Angaben beziehen sich auf den Zeitraum ab Juli 2011. Eine permanente tägliche Aktualisierung ist laut Google vorgesehen. Im April 2012 seien alleine 1,25 Millionen Anfragen von rund 1200 Antragstellern eingegangen, die 24000 Webseiten (Domains) betroffen haben, so Fred von Lohmann, Urheberrechts-Anwalt bei Google.
Angegeben ist, wer die Anfrage gestellt hat und in wessen Auftrag, sowie welche Webseiten betroffen waren. Aktivster Antragsteller im April 2012 war Microsoft mit alleine 543 000 Sperrungsanfragen. Daneben zahlreiche Musik- und Filmunternehmen. Erwartungsgemäß am stärksten betroffen waren Filesharingdienste, an der Spitze filestube.com, wo über 43 000 Verlinkungen auf Dateien in diesem Dienst aus den Suchdatenbanken gelöscht wurden.

Die Zahlen besitzen Sprengkraft. Der Wert hört sich zunächst einmal hoch an, es ist allerdings insgesamt gesehen weniger als 0,1 Prozent aller Verlinkungen in diesen Dienst, die im Suchindex gespeichert sind. Die Frage ist jetzt schlicht: Sind die Diskussionen und Hochrechnungen über illegale Inhalte auf diesen Börsen nun maßlos übertrieben, oder sind diese Daten halt nur die sichtbare Spitze des Eisberges?

Sperrungsanfragen nehmen zu
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8 Kommentare zu "Urheberrecht: Google löscht Millionen Links"

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  • Nunja, google bezeichnet sich als Weltführer im "Dokumentenmanagment". Das muß man sich schon mit den einzelnen Ländern und deren Zensurgewohnheiten auseinander setzen. Die Balance zwischen Werbekunden und Dokumentsuche will gewahrt bleiben. Die Zensurkomponente liegt auch hier auf der monetären Ecke.
    Solange der Suchende denkt er findet alles was es gibt, und danach seine Meinung bildet, ist alles ok.
    Was nicht gefunden wird, gibt es eben auch nicht. Hier liegt das Kreuz, das Monopol und die Gefahr einer nicht wahrnehmbaren Zensur.
    Aber es liegt auch in der Natur des Internet, das was nicht gefunden werden soll, trotzdem zu finden, wen man denn will und weiß wo man suchen muß :)

  • Ich suche mit vielen Suchmaschinen. Weil die Gefahr besteht das Suchergebnisse manipuliert werden. Dieser Artikel bestetigt mal wieder mein Anfangsverdacht. Also ergo macht euch nicht so abhängig von google...

  • Bei Ihnen drückt wohl eher ein Tumor auf den Teil des Hirns, der Geschichtliche Fakten verwaltet.

  • Auf Druck des Zentralrates wurden Google und andere grosse Suchmaschinen, gesetzlich gezwungen, nicht politisch korrekte Webseiten, die sich mit der Revision der 2.WK etc auseinandersetzen, aus den Suchergebnissen herauszufiltern.
    Wenn es auf Internetzensur ankommt, kann Deutschland sich nur mit China vergleichen.

  • Ich fordere, dass alle Eintraege von Personen aus dem Telefonbuch geloescht werden, die sich nicht gesetzeskonform verhalten und dies kuenftig laufend ueberwacht und durchgefuehrt wird.

    Also irgendwie tut mir Google Leid, dass es sich mit solchen Dingen herumschlagen muss.

  • Nicht und wenn, dass sind regierungskritische Inhalte.

    http://dynip.name/roadmap/roadmap-index%20.%20htm

    Gezieltes ausbremesen von Wettbewerbern. Dezember 1992.

  • @ Helmut: Für Anfragen durch Regierungen oder Behörden gibt es eine eigene Statistik. Da gibt es genaue formelle Verfahren, die eingehalten werden müssen, z.B. richterlicher Beschluss oder so. Sollte jemand versuchen, seine Zensur als Urheberrechtsverletzung zu tarnen, dann ist Google allerdings gefragt. Sie sagen, dass sie so was rausfiltern (Beispiel im Text), aber nie sicher sein können, alle schrägen Vögel zu erwischen. Das Das US-Gesetz sieht nun mal vor, dass auf Antrag gelöscht werden muss, wenn es nicht offenkundig Fake ist. Wer sich ungerecht gehandelt fühlt, kann bei Google eine Notiz einreichen, dass er dem widerspricht. Leitet dann die Gegenseite nicht binnen 14 Tagen nachweislich gerichtliche Schritte ein, wird der Link wieder aktiviert.

  • und wer stellt sicher, dass es sich wirklich um urhebenverletzungen handelt und nicht um regierungskritische inhalte?

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