Urteil des Bundesgerichtshofes
Im Internet geht der echte Name vor

Wer seinen Namen für eine Homepage im Internet benutzen will, hat nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) Vorrang vor demjenigen, der ein gleichlautendes Pseudonym für seinen Internetauftritt nutzt.

Reuters KARLSRUHE. Der Namensträger könne in diesem Fall anderen Internet-Nutzern die Verwendung des Pseudonyms als Domainnamen verbieten lassen, urteilte das Gericht in einem am Freitag veröffentlichten Urteil. Der erste Zivilsenat gab damit einem Anwalt mit dem Nachnamen Maxem recht. Er hatte gegen den Inhaber der Homepage www.maxem.de geklagt, weil dieser nicht so wirklich so hieß, sondern den Namen lediglich als Pseudonym für das Internet verwendet hatte. Der Anwalt verlangte die Freigabe der Homepage, weil er unter denselben Domainnamen seine Anwaltskanzlei im Internet präsentieren wollte (Az.: I ZR 296/00).

Der beklagte Internetnutzer hatte den Aliasnamen aus den Anfangsbuchstaben von Familienangehörigen gebildet. Er verwendete den Namen nicht im Alltag, sondern ausschließlich für eine private Homepage sowie für mehrere e-Mail-Adressen. Der BGH sah darin einen unbefugten Namensgebrauch. Die Verwendung eines Pseudonyms als Domainname sei nur dann schützenswert, wenn der Name nicht nur für das Internet genommen werde, sondern auch ansonsten für seinen Träger Bedeutung erlangt habe, hieß es. Für seine private Kommunikation im Internet dürfe der Beklagte dagegen auch weiter seinen Fantasienamen verwenden, schränkte der Senat demgegenüber ein. Denn dadurch seien die Interessen des echten Namensträgers nicht verletzt.

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