Urteil in Thüringen: Deutsche „Raubkopier-Champions“ müssen nicht in Haft

Urteil in Thüringen
Deutsche „Raubkopier-Champions“ müssen nicht in Haft

Der Fall machte 2004 bundesweit Schlagzeilen: Monatelang vertrieben drei Thüringer via Internetseite illegal kopierte Filme, Audiodateien, PC-Spiele und andere Software zu kleinen Preisen, bis ihnen Hersteller und Justiz das Handwerk legten. Nun sind die Täter verurteilt worden - und müssen nicht „sitzen“.

HB MÜHLHAUSEN. Das Landgericht Mühlhausen verhängte am Mittwoch Haftstrafen zwischen 10 und 23 Monaten, die aber zur Bewährung ausgesetzt wurden. Zudem müssen die drei Männer knapp 1700 00 Euro an gemeinnützige Organisationen zahlen. „Solche illegalen Downloads sind kein Kavaliersdelikt“, sagte Richter Axel Schur. Die Männer hatten gestanden, hunderte Kopien von Filmen, Musikdateien und PC-Spielen illegal heruntergeladen und vertrieben zu haben. Sie hatten damit 700 000 Euro eingenommen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Alle drei Angeklagten hätten letztendlich durch ihre Internetgeschäfte kein Geld verdient, stellte das Gericht fest. Mehr als 600 000 Euro wurden auf einem Konto und in einer Garage gefunden und beschlagnahmt. Den Großteil von etwa 400 000 Euro erhalten die Finanzbehörden zum Ausgleich der Steuerschulden. Den Restbetrag von knapp 200 000 Euro erhält die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU). Der Verein, der im Auftrag der Unterhaltungsindustrie arbeitet, hatte die drei Männer angezeigt und die Ermittlungen ins Rollen gebracht hatte. Nach deren Angaben handelte es sich um den größten Fall illegaler Downloads im deutschsprachigen Raum.

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