US-Firmen
Richtlinien für Urheberschutz im Internet

Mehrere führende amerikanische Medien- und Internet-Unternehmen versuchen, gemeinsame Spielregeln für den Schutz von Urheberrechten in der „Web 2.0“-Ära aufzustellen. Hintergrund ist, dass Verbraucher in großem Stil urheberrechtlich geschützte Videos, Filme, Musik im Internet platzieren.

dpa NEW YORK. In den neuen Richtlinien verpflichten sich die teilnehmenden Internet-Firmen, effiziente Filter einzusetzen, um urheberrechtlich geschütztes Material frühzeitig zu erkennen und im Idealfall gar nicht auf ihre Websites zu lassen. Medienunternehmen sollten im Gegenzug auf Klagen gegen die Internet-Gesellschaften verzichten, wenn diese solche Filter einsetzen und sich trotzdem illegal hochgeladenes Material auf ihren Seiten findet.

Unter den Teilnehmern sind die wichtigsten US-Medienriesen wie Disney, NBC Universal, CBS, Fox und Viacom, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Erklärung hervorgeht. Wichtig ist die Beteiligung der Community-Plattform myspace.com, auf der laut Vorwürfen aus der Medienbranche zahlreiche Nutzer urheberrechtlich geschütztes Material hochladen. Microsoft schloss sich ebenfalls der Initiative an.

Auffallend ist allerdings das Fehlen von Google. Zu dem Suchmaschinen-Spezialisten gehört auch die populäre Video-Plattform Youtube, die besonders im Visier der Medienkonzerne steht, weil dort viele Nutzer auch Fragmente aus Filmen, TV-Sendungen und Musikvideos hochladen. Im März verklagte Viacom Youtube wegen Urheberrechtsverletzungen auf eine Milliarde Dollar Schadenersatz. Dem „Wall Street Journal“ zufolge soll Google ebenfalls über einen Beitritt zur Initiative verhandelt haben. Erst am Montag hatte Google ein neues Filter-System gestartet, mit dem urheberrechtlich geschützte Inhalte bei Youtube schneller gefunden werden sollen. Damit kann zwar noch nicht verhindert werden, dass solche Videos im Internet platziert werden, man könnte sie aber schnell entfernen.

Die „Financial Times“ (Freitag) berichtete, die Teilnehmer wollten mit der Initiative weitere teure Klagen verhindern und mit einer Selbstverpflichtung ein eventuelles Einschreiten des Gesetzgebers vermeiden.

Die Rechtslage ist derzeit so, dass Internet-Firmen von Nutzern hochgeladene Dateien entfernen oder sperren müssen, wenn der Rechteinhaber sie dazu auffordert. Angesichts der Mill. von Videos, Musikstücken und anderen Dateien, die auf vielen Websites platziert werden, ist es für sie jedoch ein Problem, solches Material zunächst einmal überhaupt zu finden. Als Lösung werden automatische Filtersysteme gesehen. Die neuen Richtlinien sehen vor, dass Medienunternehmen den Betreibern sogenannter UGC-Dienste (User Generated Content - von Nutzern erstellte Inhalte) ihr Original- Material zum Abgleich zur Verfügung stellen.

Auch die Google-Filter funktionieren nach diesem Prinzip: Aus den Originalen wird eine Art digitaler „Fingerabdruck“ erstellt, mit dem der Filter „gefüttert“ wird. Youtube ist eines der Wahrzeichen des neuen „Mitmach-Internet“ oder „Web 2.0“, in dem eine Vielzahl von Inhalten von den Nutzern selbst erstellt wird.

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