US-Konzern setzt auf Unterhaltungselektronik
Intel drängt ins Wohnzimmer

Wenn es nach dem Willen von Paul Otellini geht, ist die Trennung von Computern und Unterhaltungselektronik bald Geschichte. Der Intel-Chef hat gestern seine neue Technologie-Plattform "Viiv" vorgestellt.

HB MÜNCHEN. Das Chip-Paket soll als Teil von Multimedia-PCs die Wohnzimmer erobern. Konsumenten könnten mit "Viiv" bequem vom Sofa aus den Fernseher mit Computerfunktionen nutzen. Der größte Halbleiterhersteller der Welt will damit einen ganz neuen Markt erschließen.

Im kommenden Frühjahr würden die ersten PCs mit der "Viiv"-Plattform (gesprochen "weif) in die Läden kommen, kündigte Intel gestern in San Francisco an. "Unser Anspruch ist, die Nutzung so einfach zu machen wie bisher beim Fernseher", sagte Herbert Weber, der für das Geschäft zuständige Intel-Manager in Europa, dem Handelsblatt.

Um "Viiv" bekannt zu machen, plant Intel eine weltweite Marketingkampagne. "Das wird ähnlich wie bei ?Centrino?", unterstrich Weber. Mit "Centrino" hatte Intel vor zwei Jahren erstmals ein komplettes System für Notebooks auf den Markt gebracht und nicht nur einzelne Chips vermarktet.

"Centrino" bringt durch niedrigen Stromverbrauch und die drahtlose Verbindung ins Internet für die Kunden viele Vorteile und reicht deshalb über den einfachen Chip hinaus. Für die Werbung rund um "Centrino" soll Intel rund 300 Mill. Dollar ausgegeben haben.

"Viiv" ist nun das zweite Paket aus Chips und Software, das der Halbleiterkonzern unter einem eigenen Markennamen anbietet. Mit dem System ausgestattete PCs decken laut Intel eine große Bandbreite der Unterhaltungselektronik ab. So können die Konsumenten bequem fernsehen, sich Musikstücke aus dem Internet herunter laden oder Filme aufzeichnen. Intel verspricht auch, dass die Kunden ihre PCs blitzschnell per Fernbedienung aus- und anschalten können. Das mühselige und zeitraubende Hochfahren herkömmlicher Rechner soll entfallen. Damit verwischt die klassische Trennung von Unterhaltungselektronik und Computern. Nach Angaben von Intel lassen sich die mit "Viiv" ausgestatteten PCs problemlos mit herkömmlichen Fernsehern und Stereoanlagen verbinden.

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