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Das heißeste Webunternehmen der Welt

Social Networks wollen der neue Dreh- und Angelpunkt beim Surfen im Internet werden – im Beruf und in der Freizeit. Das Ex-Uni-Netz Facebook macht es vor: Dank mutiger Strategiewende und rasanten Wachstums ist das Portal das derzeit heißeste Web-Unternehmen.

BERLIN. Am Anfang war es ein Spaß. Ein Musikvideo, produziert von der Comedy-Truppe Dot Comix. „Valleyfreude“ hieß der Song, der sich über die Alles-geht-Stimmung im Silicon Valley lustig machte. Um das soziale Netzwerk Facebook ging es auch, gerade hatte es ein Kaufangebot von Yahoo über eine Milliarde Dollar abgelehnt. Also sangen die Dot Comix: „Fuck you Yahoo, they’re going IPO.“

Das war im Januar. Heute ist das Video weg aus dem Web – auf Wunsch von Facebook. Drohungen waren nicht nötig: Mitglied der Dot Comix ist Randi Jayne, Mitarbeiterin von Facebook und Schwester des Gründers Mark Zuckerberg.

Warum? Weil das mit dem IPO kein Scherz mehr ist, glauben viele: Facebook könnte der erste große Börsengang der Web 2.0-Generation werden, das nächste Google gar. Kein anderes Geschäft im Internet ist derzeit so spannend wie Social Networks. Zum einen wegen ihres Wachstums, zum anderen, weil sie sich strategisch neu sortieren: Sie wollen zum zentralen Dreh- und Angelpunkt des Surfens werden, zu Seiten, die der Nutzer nicht schließt, sondern im Hintergrund ständig geöffnet hält.

Vor allem Facebook schockiert die Konkurrenz mit wahnwitzigem Wachstum. Das Ex-Uni-Netz hat sich geöffnet und zählt 150 000 neue Mitglieder täglich, insgesamt sind es über 30 Millionen. „Es wächst so schnell, weil es auf realen Personen basiert. Und danach hungern wir in der anonymen Welt des Internets“, meint der US-Medienberater Jeff Jarvis. Tatsächlich finden sich bei Facebook weniger Karteileichen und gefälschte Identitäten als beim großen Rivalen Myspace. Die Tochter von Rupert Murdochs News Corp. lebt vor allem von Teenagern und Musikfans. Mit 187 Millionen Mitglieder ist sie deutlich größer als Facebook – doch gibt es eben auch mehr tote und gefälschte Profile.

Auch in Deutschland tut sich einiges. Mit 2,6 Mrd. Seitenabrufen ist das Studentennetz Studi VZ (wie das Handelsblatt Teil der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck) die Nummer eins unter den deutschsprachigen Internetangeboten. Das Business-Netz Xing (ehemals Open BC) ist derweil auf 2,1 Millionen registrierte Nutzer gewachsen und rechnet in diesem Jahr mit über 20 Mill. Euro Umsatz.

Doch alle starren auf Facebook. Selbst Rupert Murdoch. In einem Interview sagte er im Juni auf die Frage, ob junge Leute Zeitungen durch Myspace ersetzten: „Ich wünschte es wäre so. Im Moment gehen sie alle zu Facebook.“ Vor allem die Startseite begeistert die Nutzer. Dort können sie alles sehen, was ihre Kontakte machen: Wer wen als Freund hinzugefügt, wer wo diskutiert, wer sein Profil verändert hat. Xing will etwas ähnliches in Kürze bieten. Auch in einem weiteren und tiefer greifenden Punkt wollen die Hamburger es Facebook gleichtun: Sie wollen ihre Plattform für Programmierer von außen öffnen. Seit kurzer Zeit kann jeder neue Funktionen für Facebook entwerfen und problemlos integrieren. So können Nutzer auf ihrem Profil ihre Lieblingsmusik abspielen, Kleinanzeigen, Nachrichten, Börsenkurse oder Fotos veröffentlichen. Die Programmierer dieser Applikationen können ihre Schöpfungen frei vermarkten.

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