Verbraucherzentralen machen Druck
Verbraucherzentralen fordern mehr Schutz für Internet-Nutzer

Die gut 34 Mill. deutschen Internet-Nutzer müssen nach Ansicht des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen besser vor Betrügereien und Missbrauch geschützt werden. „Geschäfte im Internet müssen so sicher werden wie das Einkaufen im Supermarkt“, sagte die Vorstandsvorsitzende Edda Müller am Freitag in Berlin.

dpa BERLIN. Die 34 Mill. deutschen Internet-Nutzer müssen nach Ansicht des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv) besser vor Betrügereien und Missbrauch geschützt werden. Banken und Unternehmen müssten ihren Kunden im online-Geschäft mehr Sicherheit bieten als ihnen der Staat bisher abverlange.

Das forderte die vzbv- Vorstandsvorsitzende Edda Müller am Freitag in Berlin. Gegen die unerwünschte Flut an „Spam“-Werbemüll im Internet und in Handys müsse juristisch härter vorgegangen werden als Rot-Grün gesetzlich plane, sagte Müller aus Anlass des Weltverbrauchertags am kommenden Dienstag. Beim Internet-Shopping müsse das Prinzip „Erst die Ware, dann das Geld“ fest verankert werden.

„Geschäfte im Internet müssen so sicher werden wie das Einkaufen im Supermarkt.“ Die Weitergabe von Personendaten ohne Genehmigung müsse verboten werden. Derzeit seien die Sicherheits-, Datenschutz- und Verbraucherschutzstandards der Online-Branche oft mangelhaft. „Verbraucherrechte im Internet werden ignoriert, ausgehebelt oder trickreich umgangen.“ Intransparenz und fehlende Sanktionen machten das World Wide Web zum „Tummelplatz unseriöser Anbieter“.

Mehr als jeder dritte Bundesbürger habe schon im Internet eingekauft - nicht immer erfolgreich, wenn nach Vorkasse keine Ware eintraf. 20 Mill. Deutschen tätigten Bankgeschäfte am Computer. Gegen das Ausspionieren der Geheimzahl durch Betrüger forderte Müller fälschungssichere Websites durch obligatorische elektronische Signaturen der Banken. In den USA hätten seien hier nach Angaben von Banken und Kartenunternehmen bereits Mrd.-Schäden entstanden.

Jetzt wachse auch in Deutschland die Bedeutung dieses noch jungen „Phishing“-Phänomens, ein trickreicher E-Mail-Verkehr des Betrügers über gefälschte Banken-Webseiten mit den Opfern. So habe das Fraunhofer Institut festgestellt, dass etwa fünf Prozent der Empfänger darauf hereinfielen. Beim online-banking müsse sichergestellt sein, dass die den Kunden übermittelten Transaktions-Nummern nicht mehr abgefangen werden können. Beim Missbrauch der Zugangsdaten sollte die Beweislast bei der Bank liegen. Sie müsse belegen, dass der Kunde und nicht ein unbefugter Dritter eine Transaktion durchgeführt habe.

Nach Statistiken von Softwareherstellern sind inzwischen bis zu drei Viertel aller Mails Werbemüll. Müller betonte, nach Angaben des Bundesinnenministeriums würden täglich weltweit 30 Mrd. Spam- Mails versandt. Anders als von Rot-Grün geplant sollten solche Mails nicht nur als Ordnungswidrigkeit verfolgt werden, wenn die Absender verschleiert seien, sondern generell beim Eingang der unerwünschten Post. „Spamming“ mit kriminellem Hintergrund müsse als Straftat einzustuft werden. Dieser Tatbestand ist aus Sicht der Koalition aber schon heute bei „Datenveränderung und Computersabotage“ erfüllt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%