Verfassungsschutz
„Radikal-Islam verlagert sich ins Netz“

Der radikale Islamismus verlagert sich nach Einschätzung des Niedersächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz von den Moscheen zunehmend in das Internet.

dpa HANNOVER. „Wir sehen, dass die scharfen Töne in den Moscheen abnehmen und das Internet in den vergangenen Monaten an Bedeutung gewonnen hat“, sagte Verfassungsschutzsprecherin Maren Brandenburger in Hannover. Ein Grund dafür sei die verstärkte Überwachung der Moscheen durch die deutschen Behörden, wodurch Islamisten traditionelle Kommunikationsräume verloren hätten.

Islamistische Webseiten dienten dazu, junge Muslime zu radikalisieren und für extremistische Gruppen zu rekrutieren, sagte Brandenburger. Junge Muslime ohne radikale Einstellungen kämen über die Internetseiten mit gewaltbereiten Islamisten in Kontakt. „Dort wird zum Dschihad aufgerufen und über Bombenbauanleitungen diskutiert“. Entsprechende Chatrooms und Foren würden stärker genutzt als früher.

Zur Erforschung des Islamismus beschäftigt das Landesamt für Verfassungsschutz bereits seit einigen Jahren einen Islamforscher. Im Kampf gegen radikale Webseiten sei die Behörde allerdings fast immer machtlos, da die Seiten von ausländischen Providern im islamischen Raum eingestellt würden. „Das macht es schwierig, wir haben keine Handhabe.“

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