Verisign wird Herr der elektronischen Barcode-Nachfolger
Verwaltung elektronischer Produktkennungen

Verisign, bekannt als Verwalter von Internet-Adressen, übernimmt jetzt auch die Verwaltung der RFID-Kennungen, den elektronischen Nachfolgern der Barcodes.

hiz DÜSSELDORF. Wenn es nach den großen Handelsketten geht, werden bald alle Produkte mit elektronischen Kennungen ausgestattet. Die Nachfolgetechnologie der Barcodes ist dabei RFID (Radio Frequency Identification). Mikroskopisch kleine Chips im Produkt oder in der Verpackung haben die Informationen gespeichert, die auch auf den Barcodes zu finden sind. Damit aber Sahne, Wurst, Brot usw. eindeutig zu erfassen sind, müssen die Codes, die in den Chips hinterlegt sind, eindeutig sein.

Dazu hat sich das internationale Electronic Product Code Network (EPC) auf einen Standard geeinigt. EPCglobal ist ein Konsortium aus etwa hundert Firmen, darunter auch Schwergewichte wie Procter & Gamble. Es wurde mit der Einführung der elektronischen Etiketten beauftragt. Dabei übernimmt das US-Unternehmen VeriSign, das schon für die Verwaltung der zentralen Internet-Adressen zuständig ist, auch die Verwaltung des künftigen RFID-Verzeichnisses. Daten von Waren, die im EPC-Netz eingescannt wurden, sollen dann über das Internet in das von VeriSign geleitete Verzeichnis eingetragen werden.

Jedes Produkt, das im Supermarkt verkauft wird, hat einen Barcode. Dadurch ist es eindeutig zu identifizieren. Die Abrechnung an der Scannerkasse und Lagerhaltung werden dadurch schon heute automatisiert. Die großen Supermarktketten wie Wal-Markt oder Metro treiben nun jedoch die RFID-Technologie voran, da der Warenfluss mit Hilfe dieser Technik noch weiter automatisiert werden kann. Die Informationen, die in den Chips gespeichert sind, können nämlich auch drahtlos aus einiger Entfernung gelesen werden. Während auf der Kasse im Supermarkt jedes Produkt einzeln am Scanner vorbeigezogen wird, um den Preis zu ermitteln, fährt man bei mittels RFID gekennzeichneten Produkten nur mit seinem Einkaufswagen durch einen Scanner und der zu zahlende Betrag steht in Sekundenbruchteilen fest. Genauso kann der Warenbestand in Regalen oder im Lager automatisch erfasst werden.

Diese Entwicklung wird von den Datenschützern allerdings mit Mistrauen beobachtet, da auch Missbrauch möglich ist. Sie haben zum Beispiel die Befürchtung, dass das Kaufverhalten von Verbrauchern einfach analysiert werden kann. Drahtlos können die Verpackungen in den Mülltonnen, fast im Vorbeifahren analysiert werden. Ist der Chip sogar im Produkt, weiß der Supermarkt sofort, wo man den Mantel, den man gerade trägt, gekauft hat.

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