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Verleger: Pressefreiheit gefährdet - Zunehmend Werbeerlöse im Internet

Caroline-Urteil, großer Lauschangriff und drohende Werbeverbote - die Zeitschriftenverleger sehen die Pressefreiheit in Deutschland zunehmend durch Bestimmungen und bürokratische Hemmnisse bedroht.

dpa BERLIN. Caroline-Urteil, großer Lauschangriff und drohende Werbeverbote - die Zeitschriftenverleger sehen die Pressefreiheit in Deutschland zunehmend durch Bestimmungen und bürokratische Hemmnisse bedroht.

Nur eine Allianz von Medien- und Journalistenverbänden könne den wachsenden Einfluss von Politik und Justiz auf die Presse eindämmen, sagte der Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Wolfgang Fürstner, am Mittwoch in Berlin. Zum Auftakt der zweitägigen VDZ-Jahresversammlung verkündeten die Verleger auch positive Zeichen für die Branche.

Dazu zählten Zuwächse im Anzeigengeschäft sowie Innovationen mit neuen Titeln und Ideen. Die Brutto-Werbeinvestitionen bei den Publikumszeitschriften seien in den ersten neun Monaten des Jahres um 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen.

Netto bleibe aber angesichts der Medien- Rabatte ein knappes Plus in Höhe der Preissteigerung übrig, sagte der für die Publikumszeitschriften zuständige VDZ-Vorstand Karl Dietrich Seikel (Spiegel Verlag). Zu den Umsatzträgern zählen zunehmend Werbeerlöse im Internet. Der Online-Werbeumsatz werde dank Breitband-Kabel und der Vermarktung von Suchmaschinen 2005 um mindestens 15 Prozent wachsen.

Discounter und Branchen wie Telekommunikation und Finanzdienstleistungen sorgten für Wachstum auf dem Werbemarkt. Kaum erhöht habe sich dagegen die Werbung für Markenartikel. Auch die Verleger von Fachzeitschriften gehen von einem positiven Anzeigengeschäft aus.

Kritisch beurteilen die Verleger die von der Bundesregierung geplante Liberalisierung des Fusionsrechts für Zeitungsverlage. Zwar begrüßt der VDZ grundsätzlich jede behutsame Öffnung des Presse- Kartellrechts. Eine ungleiche Behandlung von Zeitschriften und Zeitungen will der Verband aber nicht hinnehmen. Gegen ein „Zwei- Klassen-Presserecht“ werde der VDZ notfalls bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen, sagte Fürstner.

Auch EU-Werbeverbote unter anderem für Alkohol und Tabak würden langfristig die wirtschaftliche Grundlage der Verlage untergraben. So könnte mit dem gleichen „politisch korrekten“ Argument auch Werbung für Autos oder bestimmte Lebensmittel eingeschränkt werden.

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