Verschicken von Dokumenten
Post erweitert Briefservice

Immer mehr Behörden und Firmen geben das Drucken, Kuvertieren und Versenden von Dokumenten wie Verwarnungen und Bußgeldbescheiden oder auch Lohnsteuerkarten und Wahlbenachrichtigungen in die Hände der Post. Für die Konzerne ist der neue Service ein lukratives Nebengeschäft.

DÜSSELDORF. Mit 60 Sachen durch die Tempo-30-Zone und schon blitzt es: Gestochen scharf sind Nummernschild und Fahrer auf dem Foto zu erkennen. Nur ein paar Tage später liegt der Schnappschuss im Briefkasten: Ein "Knöllchen" aus dem Rathaus für den Verkehrssünder. Nicht ungewöhnlich könnte man meinen. Doch der Bußgeldbescheid kommt von der Deutschen Post. Viele Städte und Gemeinden überlassen den Druck und Versand der "Knöllchen" inzwischen dem Postkonzern. Die Daten der Verkehrssünder werden nur noch vom städtischen Sachbearbeiter erfasst und elektronisch an die Post weitergeleitet. Die druckt kuvertiert, frankiert und versendet alle Verwarnungen und Bescheide - auch per Zustellungsurkunde.

Durch die Auslagerung solcher Aufgaben spart die öffentliche Verwaltung Kosten. Für die Postkonzerne ist das Drucken, Kuvertieren und Versenden von Verwarnungen, Bußgeldbescheiden und Anhörungen aber auch Lohnsteuerkarten, Telefonrechnungen und Wahlbenachrichtigungen ein neues Geschäft mit Systemlösungen in der Brieflogistik. Allein bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr produzierte und verschickte die Post zehn Millionen Wahlbenachrichtigungen. Städte wie Köln oder Düsseldorf, aber auch Hamburg, Bremen und Lübeck nutzen den Outsourcing-Service.

Die meisten Postkonzerne bauen das Zusatzgeschäft gerade erst auf und nutzen es zur Internationalisierung - selbst vergleichsweise kleine Konzerne wie die finnische Post. Vom Gesamtumsatz von knapp 200 Mill. Euro erzielen die Finnen immerhin 41 Mill. Euro allein in Deutschland in der Informationslogistik. Dagegen will sich die niederländische Post TNT von ihrer Tochter Cendris trennen, da sie sich auf das reine Transportgeschäft mit Briefen und Paketen konzentriert. Teile wurden bereits an die Rhenus-Gruppe in Deutschland und die spanische Service Point Solutions (SPS) verkauft. Die Deutsche Post hat Anfang des Jahres dagegen den britischen Dokumentendienstleister Williams Lea übernommen und baut das Geschäft kräftig aus.

"Williams Lea schafft eine hervorragende Plattform, um die Chancen der fortschreitenden Öffnung der internationalen Briefmärkte zu nutzen", so Post-Briefvorstand Hans Petram. -Dieter Mit Blick auf das Auslaufen des Briefmonopols im Jahr 2008 will er durch die Übernahme die Ertragskraft der Briefsparte sichern. Zunehmender Wettbewerb und die Konkurrenz der E-Mails drücken auf das Ergebnis. Williams Lea erzielt mit 6 500 Mitarbeitern einen Umsatz von 650 Mill. Euro. In dem Markt tummeln sich aber auch zahlreiche Spezialisten, wie beispielsweise das US-Unternehmen Pitney Bowes, ein Hersteller von Frankiermaschinen, oder der Kopiererhersteller Xerox.

Seite 1:

Post erweitert Briefservice

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%