Vertrieb übers Internet
Amazon startet DVD-Verleih

Der Internet-Einzelhändler Amazon.de startet in Deutschland einen DVD-Verleih übers Internet. Ab sofort könnten die Kunden ab einem Monatsbeitrag von 9,99 Euro ihre Wunschfilme online auswählen und sich versandkostenfrei zuschicken lassen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in München mit.

dpa MÜNCHEN. Die Ausleihzeit sei unbefristet, Nachgebühren entstünden nicht. Mit dem Angebot wolle man den Kunden zusätzliche Vielfalt und Entscheidungsmöglichkeiten bieten, sagte Amazon.de-Geschäftsführer Ralf Kleber, der dpa. In Großbritannien habe Amazon bereits seit sechs Monaten gute Erfahrungen mit dem Angebot gemacht. Angaben zu Umsatz- oder Ertragserwartungen machte Kleber nicht. „Das steht für uns nicht im Vordergrund.“

Die Kunden könnten zwischen drei verschiedenen Angeboten mit je drei, vier oder sechs Dvds pro Monat wählen zu Preisen von monatlich 9,99 Euro beziehungsweise 13,99 oder 18,99. Neue Filme gibt es nach Wunsch gegen die ebenfalls versandkostenfreie Rücksendung der entliehenen Dvds. Wer den Ausleih-Umfang ändern oder das Angebot kündigen wolle, könne das jederzeit monatlich tun, sagte Kleber. Bereits jetzt seien tausende Dvds im Angebot, von Neuheiten über Klassiker bis hin zu Dokumentationen. „Am Schluss wird das Angebot mehrere zehntausend Dvds umfassen.“ Trotz der Versandkosten werde sich das neue Produkt rechnen.

Im ersten Quartal dieses Jahres hatte der weltgrößte Internet- Einzelhändler Amazon.com mit Sitz in den USA allerdings wegen seiner großzügigen Versand-Rabatte und hoher Steuerzahlungen einen Gewinneinbruch von 30 Prozent verbucht. Der Überschuss lag bei 78 Mill. Dollar nach 111 Mill. Dollar ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg dagegen um 24 Prozent auf 1,9 Mrd. Dollar. Dabei erwirtschaftete das Unternehmen nach Angaben Klebers 46 Prozent seiner Erlöse im internatonalen Segment, zu dem Aktivitäten in Deutschland, Frankreich, England und Japan gehören.

Eine allzu große Konkurrenz durch Online-Plattformen zum Herunterladen von Filmen sieht der Geschäftsführer nicht. „Die Anzahl derjenigen, die Produkte physisch kaufen, ist noch immer die größte.“ Noch verfüge zudem nur ein gewisser Teil der Haushalte in Deutschland über entsprechend leistungsfähige Internetzugänge. Amazon beobachte aber auch diesen Markt. Das Geschäft mit Unterhaltungselektronik biete trotz der häufig beklagten Konsumflaute gute Wachstumsmöglichkeiten. So habe sich der Bereich Consumer Electronic im Weihnachtsgeschäft 2004 in Deutschland für Amazon.de sehr erfreulich entwickelt und erstmals das Segment Buch beim Umsatz überholt.

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