Video-Formate: Hollywood macht Sony glücklich

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Hollywood macht Sony glücklich

DIe Auseinandersetzung schwelt bereits seit längerer Zeit: Im Kampf um die Vorherrschaft der kommenden, hochauflösenden DVD-Standards ging es zwischen Blue-Ray-Disc (Sony) und HD-DVD (Microsoft und Toshiba) ständig hin und her. Ein Gigant der Unterhaltungsbranche könnte nun jedoch für eine Entscheidung gesorgt haben.

LAS VEGAS/DÜSSELDORF. Eigentlich scheut das Filmstudio des weltgrößten Medienkonzerns Time Warner das Risiko wie der Teufel das Weihwasser. So hat sich Warner Bros. im Duell um den digitalen Videostandard zwischen den Systemen Blu-Ray und HD-DVD lange herausgehalten. Doch nun riss dem sonst so vorsichtigen Warner-Boss Barry Meyer der Geduldsfaden. Er hat sich für das hochauflösende DVD-Format Blu-Ray entschieden. "Die Chance für die Einführung eines HD-Formats könnte verpasst werden, wenn die Konfusion der Kunden weiter anhält", warnte der Hollywood-Mogul.

Mit seinem Votum macht das größte Studio in Hollywood den japanischen Unterhaltungskonzern Sony glücklich. Denn der Erfinder des Blu-Ray-Systems fühlt sich damit als Sieger über die Konkurrenten Toshiba und Microsoft, die seit Jahren ihrer HD-DVD zum Erfolg verhelfen wollen.

Der schwergewichtige Sony-Chef Howard Stringer reibt sich bereits die Hände. Denn der Konzern wird über seine Patente bei der Blu-Ray-Technologie an den Silberscheiben kräftig mitverdienen. Stringer, früher Chef der Hollywood-Tochter von Sony, arbeitete an dem Meilenstein in der Konzerngeschichte hinter den Kulissen in Kalifornien seit langen, berichten Brancheninsider. Auf der Unterhaltungselektronikmesse CES in Las Vegas herrschte gestern direkt Partystimmung bei den Vertretern des japanischen Konzerns. Um einen Kommentar zu dem Erfolg gebeten sagte ein Sony-Manager sagte allerdings weise: "Man tritt nicht nach, wenn einer schon am Boden liegt."

Toshiba übt sich unterdessen in Galgenhumor. "Ich hatte schon mal bessere Tage", scherzte Jodi Sally, Vize-Präsidentin Marketing. Filmriese Warner Bros. hat Toshibas HD-DVD-Format einen Todesstoß versetzt, meinen viele. Aber trotzig sagt Sally: "Wir sind schon mal für tot erklärt worden."

Für Microsoft-Gründer Bill Gates ist die Niederlage bitter. Ausgerechnet bei seiner selbstironischen Abschiedsrede auf der weltgrößten Unterhaltungselektronik-Messe CES in Las Vegas stiehlt im Sony diesmal die Show. In seiner Keynote ging Gates mit keinem Wort auf die HD-DVD-Technik ein, obwohl er die flächendeckende Durchdringung der Unterhaltungselektronik mit hochauflösenden Inhalten als eine der bedeutendsten Entwicklungen der nahen Zukunft bezeichnete.

Endgültig ist der Kampf um die Wohnzimmer noch nicht endgültig entscheiden. Universal, die Filmtochter des Medienkonzerns NBC Universal, und Paramount, das auch die Filme des Animationsstudios Dreamworks vertreibt, halten Microsoft und Toshiba noch die Stange. Paramount gehört zum US-Medienkonzern Viacom. Dessen größter Gesellschafter Sumner Redstone ist für seine unberechenbaren Entscheidungen bekannt. In der Branche wird daher spekuliert, wann auch der betagte Redstone Microsoft den Rücken kehrt. Paramount ist erst im vergangenen Sommer der HD-DVD-Fraktion beigetreten.

» Mehr aus Las Vegas im aktuellen CES-Blog

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