Video on Demand
Hollywood per Mausklick wird zum Trend

Lust auf Kino, aber keine Lust das Haus zu verlassen? Chronischen Couch Potatoes stehen rosige Zeiten bevor: Nach Einschätzungen von Experten wird Video on Demand einen ähnlichen Siegeszug vollziehen wie just die DVD. Zwar gilt es noch einige Hürden zu nehmen, doch der Filmabruf via Internet sticht durch den Bequemlichkeitsfaktor: Es gibt Blockbuster á la carte - ein paar Mausklicks genügen.

HB DÜSSELDORF. Anfang der 90-er Jahre hielt man es noch für schlicht unmöglich, Filme über die Telefonleitung zu übertragen. Doch dem menschlichen Vorstellungsvermögen sind enge Grenzen gesetzt, die Erfahrung mussten einst schon die Erfinder des Telefons und des Personal Computers machen. Heute werden in Deutschland allein vom Hauptanbieter für Video on Demand (VoD) T-Online-Vision rund 70 000 Filme im Monat abgerufen.

Tendenz steigend: Denn je mehr DSL-Anschlüsse (Digital Subscriber Line = Highspeed-Internet) es in Deutschlands gibt, desto mehr potenzielle Kunden können den Service nutzen. Umgekehrt gilt das auch: Rund 84 Prozent der Menschen entscheiden sich für einen schnellen Internetzugang, weil sie spezielle Breitbandinterhalte wie Musik oder Video-Downloads nutzen wollen. Was Apple mit iTunes so erfolgreich gelang, versucht T-Online nun auf audiovisuelle Inhalte zu übertragen: Auf der Seite www.t-online-vision.de können T Online-Kunden - auf eine bereits beachtliche Auswahl von Filmen zugreifen: 218 Filme in 8 verschiedenen Genres sowie Dokumentationen des Discovery Channels sind rund um die Uhr zu einem Preis zwischen 1,90 und 4 Euro abrufbar.

Kleiner Nachteil: Das Angebot gilt nur für Kunden des Platzhirschen T-online, immerhin 3,3 Millionen Deutsche. Anders als bei den Konkurrenten wie etwa Arcor, One4movie oder Hansenet muss sich der Kunde nicht erst registrieren. Ein weiterer Vorteil: Abgerechnet wird ganz einfach über die Telefonrechnung.

Der Markt ist äußerst attraktiv: Die Anzahl der Haushalte mit DSL-Anschluss wächst laut Schätzungen der Unternehmensberatung McKinsey auf mehr als 14 Millionen Haushalte bis 2010. Würden all diese Haushalt zumindest einmal im Monat VoD zu einem Durchschnittspreis von zwei Euro nutzen, käme immerhin ein Umsatzvolumen von 336 Millionen Euro pro Jahr zusammen. Da ein DSL-Anschluss meist mehreren Personen zur Verfügung steht, ist dies womöglich eine moderate Schätzung.

Die Chancen für eine positive Aufnahme von VoD stehen gut, denn wer sonntags schon einmal vor verschlossenen Türen der Videothek gestanden hat oder wer sich regelmäßig ärgert, dass sein Wunschfilm immer ausgeliehen ist, wird sich über die virtuelle Videothek freuen: Denn die unterliegt keinen räumlichen oder zeitlichen Grenzen: In absehbarer Zeit, sagt Marc Schröder von T-Online-Vision, werde die Auswahl im Internet die der auf knappe Quadratmeter und Regalplatz beschränkten Videothek in den Schatten stellen. Die Fahrt zur Videothek entfalle und ein enttäuschendes: "Leider ausgeliehen!" bekomme man ganz sicher auch nicht mehr zu hören. Wer es früher mit dem Zurückbringen wenig eilig hatte, kann also dann aufatmen, denn es gibt keine Strafgebühren für Verspätungen mehr. Einmal bestellt steht der Film nur 24 Stunden lang zur Verfügung, dann verfällt die Sehberechtigung von alleine.

Seite 1:

Hollywood per Mausklick wird zum Trend

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%