Videoportal Youtube
Die Suche nach der verlorenen Milliarde

Youtube macht ausgewählte Nutzer zu Partnern. Das Ziel: Werbekunden für das Portal zu gewinnen. Bis die Seite Geld verdient, wird es aber noch dauern.

bn BERLIN. Es ist eine der großen Fragen des Web 2.0- Hypes: Wie lässt sich mit all den Startups, die scheinbar täglich aus dem Boden schießen, Geld verdienen? Die Frage beschäftigt vor allem die großen Konzerne, die die Hoffnungsträger oft direkt aus der Garage unter ihre Fittiche genommen haben. Größtes Sorgenkind ist in dieser Hinsicht Youtube. 1,65 Milliarden Dollar legte Google im vergangenen Jahr für das Videoportal auf den Tisch. 1,65 Milliarden Dollar, deren Amortisierung noch einige Zeit auf sich warten lassen dürfte. Nach Schätzungen hat Youtube im vergangenen Jahr nur einen Umsatz von 15 Millionen Dollar erzielt. Dazu drohen deftige Schadensersatzforderungen wegen der Verletzung von Urheberrechten. Erst vergangenen Freitag wurde bekannt, dass jetzt auch die englische Fußballliga Premier League und der Musikproduzent Bourne Co. gegen Youtube vor Gericht ziehen wollen. Zuvor hatte schon der Medienkonzern Viacom gegen das Videoportal geklagt.

Dabei sind sich viele Experten einig, wie sich mit Youtube Geld verdienen ließe. Der einfachste Weg wäre, Werbung vor die Online-Videos zu schalten. Und Youtube hat angeblich schon erste Schritte in diese Richtung unternommen. „Wir denken an Lösungen, bei denen zuerst ein kurzes Intro eingespielt wird, dann das eigentliche Video folgt und am Ende noch eine Werbung angehängt wird“, sagte Suzie Reider, Werbechefin bei Youtube, im April auf der Ad:Tech-Konferenz in San Francisco. Passiert ist bisher allerdings nichts.

Dessen ungeachtet präsentiert Youtube jetzt ein neues Konzept. Ab sofort sollen Hobbyfilmer an den Werbeeinnahmen beteiligt werden. In diesen exklusiven Club lädt die Google-Tochter allerdings nur ausgewählte Nutzer des Portals ein. Darunter Web 2.0-Stars wie das Duo Smosh, Lisa Nova, die es über Youtube mittlerweile auch ins echte Fernsehen geschafft hat oder das legendäre Lonely Girl15. „Wir wollen garantieren, dass diese talentierten Leute von ihrer Arbeit leben können“, sagte Jamie Byrne, Vize-Marketingchef bei Youtube. „Wir hoffen, dass diese Aktion andere dazu ermutigt, ebenfalls eigene Inhalte zu produzieren.“

Was sich zunächst wie ein Bekenntnis an den Web-2.0-Gedanken anhört, verfolgt Youtube aber wohl nicht ganz ohne Hintergedanken: Die Youtube- Stars haben mittlerweile eine treue Fangemeinde um sich geschart. Einige Videos werden mehrere hunderttausend Mal abgerufen. Eine Zahl, mit der jetzt auch finanzstarke Werbepartner angelockt werden sollen.

Bei der Rechnung gibt es allerdings ein Problem: Da Youtube bislang keine Werbung vor oder nach den Videos schaltet, kann dass Unternehmen nur Einnahmen über das Google-Werbesystem Adsense erzielen. Adsense schaltet seine Anzeigen aber nur auf der Hauptseite des Videoportals. Youtube ist allerdings nicht zuletzt deshalb so erfolgreich, weil es die Möglichkeit bietet, Videos auf externen Seiten einzubinden. Wer sich ein Video auf einem Weblog oder Myspace-Profil ansieht, wird von der Werbung also nicht erreicht. Die Folge: Regisseur und Portalbetreiber Youtube gehen leer aus. Google muss sich gedulden, bis es mit seinem teuren Zukauf endlich Geld verdient.

Quelle: BusinessNews

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