Videospielkonsolen
Microsoft will Preiskampf vorerst vermeiden

Trotz des Eingeständnisses schwerer Hardwareprobleme mit seiner Spielekonsole, die im schlimmsten Falle bis zu einer Milliarde Dollar kosten können, zeigte Microsoft am Vorabend der Spielemesse E3 in Kalifornien demonstrativ Stärke.

pos LOS ANGELES. Anders als überwiegend erwartet, hat der jüngste Anbieter von Videospielekonsolen nicht mit einer eigenen Preissenkung auf den am Montag verkündeten Preissturz des schärfsten Wettbewerbers Sony reagiert. Sony hatte seine PS3-Konsole in den USA um 100 Dollar auf 499 Dollar für das Einstiegsmodell reduziert.

Auf Amazon.com sind nach Angaben des Händlers seitdem die PS3-Verkäufe um rund 700 Prozent gestiegen. Auf der Bestsellerliste liegt die bislang erfolglose PS3 nun vor Nintendo Wii (249 Dollar) und Microsofts Xbox360 mit 20 GB-Festplatte (399 Dollar). Das scheint Microsoft jedoch nicht zu beunruhigen. Im Gegenteil: Microsoft-Xbox-Chef Robbie Bach erklärte im Gespräch mit dem Handelsblatt: „In den USA werden wir am Ende dieser Konsolengeneration vorne liegen. Nintendos Wii wird in Japan die wichtigste Konsole und für Europa ist es noch zu früh, etwas zu sagen.“

Zugleich machte er aber klar, dass Microsoft gewillt wäre, in einen möglichen Preiskrieg mitzuhalten: „Die PS3 war von Beginn an die teuerste Konsole im Markt“, so Bach, „und am Ende wird sie es auch noch sein.“

Nach Angaben des Marktforschungsinstituts NPD Group wurden in den USA seit Ende 2006 rund 5,8 Millionen Xbox 360 verkauft, rund 2,8 Mill. Nintendo Wii und lediglich 1,4 Mill. Sony Playstation 3.

Analysten wie Colin Sebastian von Lazard Capital Markets sehen deshalb vor allem noch bei der Wii Potenzial - auch gegen Microsofts Konsole. Das könnte durch einen Run unabhängiger Softwarehersteller auf Nintendos Billiggerät noch verstärkt werden. Sebastian schätzt, dass die Gewinnschwelle bei Wii-Spielen schon bei rund 300 000 verkauften Einheiten erreicht wird, während Spiele für Xbox360 oder PS3 erst bei rund 600 000 profitabel sein dürften.

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