Viertelmilliarde für Bilderseite Photobucket
Myspace kauft Internet-Star

Unter den amerikanischen Internet-Unternehmen grassiert das Übernahmefieber. Diesmal ist die rasant wachsende Bilderseite Photobucket das Objekt der Begierde. Kostenpunkt: eine Viertelmilliarde Dollar.

DÜSSELDORF. Die News-Corp-Tochter Fox Interactive, zu der auch das Kontaktnetzwerk Myspace gehört, wird für 250 Mill. Dollar in bar die Foto- und Videoplattform Photobucket übernehmen. Das berichten amerikanische Branchendienste mit Berufung auf Unternehmensquellen. Myspace gehört seinen Gründern Alex Welch und Darren Crystal sowie dem Kapitalgeber Trinity Ventures.

Mit dem Kauf des Online-Vermarkters Doubleclick durch Google für 3,1 Mrd. Dollar begann vor drei Wochen die Konzentrationswelle in der Branche. Sie setzte sich in der vergangenen Woche fort, als der Softwarehersteller Adobe den Kauf von Novato verkündete, einem acht Jahre alten Unternehmen, das Handelskonzernen hilft, Video- und Audioelemente auf ihren Seiten zu integrieren. Ein Kaufpreis ist nicht bekannt.

Mit dem Kauf von Photobucket hat Myspace einen Coup gelandet. Die Seite ist die Nummer eins in Sachen Foto- und Videospeicherung mit einem rasanten Wachstum: Die Zahl der angemeldeten Mitglieder stieg in einem Jahr von 14 auf 31 Millionen. Laut dem Marktforscher Hitwise liegt die Plattform auf Platz 22 der meistbesuchten US-Netz-Seiten.

Auch viele Myspace-Nutzer verwenden sie: Fast 60 Prozent der Zugriffe kommen laut Hitwise von Myspace-Seiten. Dabei mögen die Myspace-Nutzer vor allem die Möglichkeit, ihre Photobucket-Fotos als Diashow auf Myspace einzubinden. Doch kam es kürzlich zwischen den Firmen zum Streit, als Photobucket Nutzern erlaubte, Werbung in die Diashows zu integrieren. Dies aber verstößt gegen die Myspace-Regeln – die Anwälte beider Seiten einigten sich.

Myspace selbst ermöglicht es seinen Nutzern, einfache, private Homepages zu starten. Angeblich gibt es über 100 Mill. Nutzer. 2005 kaufte Rupert Murdochs News Corp. das Unternehmen für 580 Mill. Dollar.

Nun brodelt die Gerüchteküche gewaltig: Angeblich steht Google vor dem nächsten Kauf, diesmal soll die Online-Stellenbörse Simply Hired das Ziel sein. Analysten schätzen den Wert des Jobanzeigenportals auf bis zu 40 Mill. Dollar.

Thomas Knüwer
Thomas Knüwer
Handelsblatt / Reporter
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