Vint Cerf
„Vater des Internet“ kritisiert Internetprovider

Vint Cerf, einer der "Väter des Internet" und Google-Lobbyist, hat die Internetprovider scharf kritisiert. Wer von Anbietern wie Google Geld für den Transport von Inhalten verlange, gefährde die Freiheit des Internet.

dpa HANNOVER. Telekom-Chef Kai Ricke-Uwe will Unternehmen wie Google, Yahoo oder Amazon.com zur Kasse bitten, da sie von Investitionen der Deutschen Telekom in Breitbandnetze profitierten ohne dafür zu zahlen.

Cerf sagte: "Es ist verrückt, dass Telefonunternehmen sagen, wir bauen ein Breitbandsystem auf, aber es kostet uns viel Geld. Doch von den Kunden wollen wir das Geld nicht das nehmen, das das System kostet." Die Haltung von Providern wie der Telekom gefährde langfristig Innovationen. Cerf ist seit Herbst vergangenen Jahres für Google als "Chief Internet Evangelist" tätig.

Zu Googles umstrittener Zensurpolitik in China sagte Cerf, man habe sich lange überlegt, auf dem chinesischen Markt tätig zu werden. Man müsse sich entscheiden, ob man im bevölkerungsreichsten Land der Erde Geschäfte machen wolle oder nicht. "Ich war überrascht, dass die chinesische Regierung uns erlaubt hat, bei zensierten Suchergebnissen darauf hinzuweisen, dass Suchtreffer entfernt wurden." Man müsse mit den Entwicklungen in China Geduld haben. "Dass sich das Internet in China derart schnell verbreitet, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung." Google lässt bei der chinesischen Suchmaschine Treffer aus, die von den Behörden systemfeindlich eingestuft wurden.

Googles Rolle auf dem Medienmarkt sieht Cerf nicht als Bedrohung für die traditionellen Medien. "Das Internet eröffnet den Medien neue Möglichkeiten. Sie haben die Möglichkeit, Nachrichten in mehr als einer Version zu vermitteln." Aber es gelte auch klar die Devise: "Pass Dich an oder stirb".

In Zukunft werde Google unter anderem einen starken Fokus auf die Lokalisierung seiner Angebote legen. "In zehn Jahren werden wir noch mehr Büros in noch mehr Ländern haben." Die unterschiedlichen kulturellen Gegebenheiten in verschiedenen Ländern seien ein wichtiger Zukunftsfaktor für den Suchmaschinenanbieter. Gleichzeitig würden zukünftig mehr Informationen, auch in Form von Videos, verfügbar sein, meint Cerf. Untertitel für Videos seien daher bei der Erfassung wichtig, um die Suche zu erleichtern. Außerdem sei es wichtig, dass sich anerkannte Standards im Internet durchsetzten. "Das ist enorm wichtig für die Erfassung von Inhalten."

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