Virenschutz
Trügerische Sicherheit

Auch wenn es schon lange keinen Großalarm mehr gegeben hat, Netzwerke und Rechner sind weiterhin regelmäßig Ziele von Viren- und Hackerangriffen. Experten warnen, denn die Sicherheit ist trügerisch.

hiz DÜSSELDORF. Es ist schon einige Zeit her, dass Unternehmen und Regierungsorganisationen durch gezielte Virenangriffe lahm gelegt wurden. Das bedeutet aber keineswegs, dass für Firmennetzwerke Ruhe herrscht. Die Fachleute warnen, dass Hacker und Virenprogrammierer weiterhin aktiv sind. Nach Erkenntnissen von Trend Micro arbeiten sie mit immer raffinierteren Methoden. Ihr Ziel ist weniger die flächendeckende Verbreitung der Viren als der gezielte Diebstahl von Rechenzeit, Arbeitsspeicher und Informationen.

In der aktuellen Hitliste von Trend Micro tauchen viele alte Bekannte auf. Die Wurmfamilien MYTOB, BAGLE, MYDOOM, NETSKY und LOVGATE "feierten" im März und April ein Comeback. Besonders ärgerlich ist, das immer wenn eine neue Variante des MYTOB auftauchte, waren auch MYDOOM, KELVIR, LOVGATE und NETSKY nicht weit. Das diese bekannten Schädlinge noch immer so erfolgreich sind, liegt nach Ansicht der Experten in der nachlässigen Aktualisierungspraxis der Anwender. Selbst wenn Microsoft einen Fehler ausmerzt, den die Viren ausnutzen, befallen diese weiterhin Computer, weil die neusten Updates nicht eingespielt werden.

Neuentwicklungen, wie zum Beispiel der Schädling EXPL_TXTRANGE.A erzeugen mit Hilfe der so genannten Text-Range Methode einen Text innerhalb eines Objekts. Virenprogrammierer nutzen dies, damit bösartige Websites große Teile des Arbeitsspeichers auf dem infizierten Rechner belegen und Programme abarbeiten können. Dabei können sie Viren auf den Rechner herunterladen und ausführen. Eines dieser Scripts heißt JS-DLOADER.BXR. Es startet WORM_SPYBOT.DC - einen Virus, der Sicherheitssysteme lahm legt, Prozesse beendet, gedrückte Tasten protokolliert, sich über Peer-to-Peer-Netzwerke verbreitet und Hintertüren für weitere Viren und schädliche Anwendungen öffnet.

Da die Virenautoren immer ausgefuchstere Methoden entwickeln wird auch die Arbeit der Antiviren-Entwickler immer komplizierter. "Das Duell zwischen Virenprogrammierern und den Entwicklern von Anti-Malware geht weiter. Wir haben inzwischen gelernt, wie Menschen denken, die Viren programmieren. Deshalb kommen wir ihnen immer schneller auf die Schliche - auch wenn die Angriffsstrategien sehr komplex und ausgeklügelt sind“, bestätigt Raimund Genes, Chief Technologist for Anti-Malware bei Trend Micro.

Die Verbreitung von Spyware entwickelt sich, so die Fachleute, zunehmend zur Hauptgefahr bei der Infizierung von Systemen. Aufgrund der guten Aussicht, durch die Erstellung und Verbreitung von Spyware in kurzer Zeit viel Geld zu verdienen, verlegen sich immer mehr Virenschreiber darauf. Durch die Vielzahl der Verbreitungsarten, wie zum Beispiel manipulierte Websites oder präparierte seriöse Software, wird es für Anwender immer schwieriger, mögliche Gefahrenquellen zu identifizieren. Experten empfehlen deshalb den Einsatz umfassender Antiviren-Lösungen, die auch Spyware zuverlässig erkennen und entfernen.

Die komplexeren Bedrohungen fordern nicht nur die Abwehrexperten. Auch Anwender und Unternehmen sind gefordert. Vor allem Unternehmen sollten Sicherheitsrichtlinien erarbeiten und dafür sorgen, dass sie von den Angestellten genau befolgt werden. Ihre Antispam- und Antiviren-Software sollte stets auf dem neuesten Stand sein. Für Kleinunternehmen und Privatanwender gilt grundsätzlich das Gleiche: Der regelmäßige Virencheck sollte ebenso selbstverständlich sein wie die Tatsache, dass man E-Mails von unbekannten Absendern löscht, ohne ihren Inhalt überhaupt anzusehen.

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