Virtuelle Boomtown kriselt Geisterstadt für Space-Cowboys

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Die virtuelle Parallelwelt Second Life hat inzwischen schon mehr Einwohner als Berlin. 3,7 Millionen Menschen aus aller Welt haben sich bisher einen Avatar zugelegt, also die Verkörperung einer digitalen Identität. Foto: ap Quelle: ap

Die virtuelle Parallelwelt Second Life hat inzwischen schon mehr Einwohner als Berlin. 3,7 Millionen Menschen aus aller Welt haben sich bisher einen Avatar zugelegt, also die Verkörperung einer digitalen Identität. Foto: ap

(Foto: ap)

Adidas hat zumindest einen kleinen Teil der Investitionen wieder eingenommen. Einen winzig kleinen Teil. 3 800 reale Dollar, genauer gesagt. Denn angeblich haben von den 34 000 Besuchern, die der Sportartikelkonzern seit der Eröffnung seines Second-Life-Areals im September vergangenen Jahres gezählt hat, bemerkenswerte 21 000 den virtuellen Sportschuh A3 für einen Winzbetrag gekauft.

Warum aber ist Adidas dabei? Antwort der Marketingabteilung: „Unsere Partnerschaft mit Second Life ist das Zeugnis für die immer mehr verschwimmenden Grenzen zwischen digitaler und realer Welterfahrung und der Bedeutung dieser Entwicklung für unsere Zielgruppe.“

Bei Mercedes-Benz klingt das ähnlich: „Mit Second Life nutzen wir eine neue Kommunikationsplattform, um weiterhin konsequent auf unsere bestehenden und potenziellen Kunden zuzugehen“, sagt Markenkommunikationschef Olaf Göttgens. Egal ob Leo Burnett, Edelman PR, Starwood Hotels oder Sun Microsystems: alle wollen dabei sein – egal, ob die Avatare kommen oder nicht.

Meistens kommen sie nicht.

Warum auch? Die meisten Nutzer finden es interessanter, mit anderen zu kommunizieren, als sich langweilige Produktfilmchen in steriler Umgebung anzusehen oder ihr virtuelles Ich in ein grafisch ungelenkes Auto zu setzen und durch die Gegend zu fahren. Um ihre virtuellen Filialen wenigstens gelegentlich zu füllen, veranstalten die Unternehmen Events, von der Party bis zum Vortrag. Doch mehr als 120 Avatare finden sich selten ein – wenn überhaupt. Den Konzernen ergeht es wie Eltern auf der Party der Teenager: anwesend, aber unbeachtet.

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