Virtuelle Welt
„Second Life“ soll Realität werden

In der österreichischen Stadt Linz will ein Berliner Künster die virtuelle Welt „Second Life“ real nachbauen. Für das Projekt von Aram Bartholl beim Medienkunst-Festival „Ars Electronica“ vom 5. bis 11. September sei eine ganze Straße angemietet worden, sagten die Veranstalter in Wien.

dpa LINZ. Unter dem Motto „Goodbye Privacy“ beschäftigen sich Künstler und Wissenschaftler bei der Ars Electronica mit der zunehmenden Überwachung in der Gesellschaft. Teil ist auch eine Konferenz österreichischer Richter in Linz, die sich mit dem Schutz von Daten und Privatsphäre beschäftigt.

In dem Projekt des Berliner Künstlers sollen die Läden, ein Platz und die Straße in Linz so aussehen wie in der Internet-Erlebniswelt. Beispielsweise bietet ein Friseur extravagante Haarschnitte à la „Second Life“ an, die meist bunten Irokesenschnitten ähneln. Während in der virtuellen Welt die Bewohner ihre Körperteile je nach Geschmack in einen Laden erstehen können, bieten in Linz Fitness- und Ernährungsberater realen Menschen ihre Hilfe an, um ein gewünschtes „Körperfeature“ zu erreichen. Auf einem Platz in der Mitte der Straße treffen dann virtuelle und reale Welt endgültig aufeinander, den dort aufgeschütteten Strand mit Liegestühlen gibt es zeitgleich in der Internet-Erlebniswelt. Über ein komplexes Soundsystem hören die echten Besucher, wo die Internet-Gäste grade gehen und stehen.

Ein zweites großes Projekt des einwöchigen Festivals beschäftigt sich mit der Überwachung der Menschen durch dreidimensionale Fotokarten im Internet wie „Google Maps“ oder „Google Street View“. In einer vierstündigen Aktion will die „Ars Electronica“ Linz per Flugzeug abfotografieren und digital erfassen, so wie die Betreiber von den Internetkarten es weltweit tun. Die Linzer sind in der Zeit aufgefordert, mit möglichst vielen Aktionen auf sich aufmerksam zu machen. „Wir wollen die Menschen von Überwachten zu Darstellern machen“, sagte der Sprecher Christopher Ruckerbauer.

Die „Ars Electronica“ wurde 1979 als spartenübergreifendes Festival von Kunst, Technologie und Gesellschaft gegründet. Das Festival thematisiert jährlich gesellschaftspolitische Fragen wie Datenschutz, Gentechnik und Biotechnologie.

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