VM-World in Las Vegas
Virtuelle Computer erobern die Rechenzentren

Die Spielerstadt Las Vegas ist Schauplatz der VM-World 2008. 14 000 Teilnehmer diskutieren drei Tage lang über die Einsatzmöglichkeiten virtueller Computer. Sicher, schnell und komfortabel soll die neue Computerwelt sein - wie sie konkret aussehen wird, können aber selbst die Spezialisten nur schwer abschätzen.

LAS VEGAS. Seit Server so schnell und leistungsfähig sind, dass sie mit normalen Aufgaben nicht mehr ausgelastet sind, kommen vermehrt so genannte virtuelle Maschinen zum Einsatz. Auf den Servern läuft eine Software, die Betriebsystem und Anwendung vorgaukeln, dass sie auf einem echten Computer laufen. Diese Virtualisierung von Servern und Arbeitsplatzrechnern wird die Informationsverarbeitung in Firmen nachhaltig verändern. Wie nachhaltig, darüber diskutieren in dieser Woche 14 000 IT-Spezialisten auf der VM-World in Las Vegas.

Hinter dem kryptischen Fachausdruck von der Virtualisierung der Computer verbirgt sich der Wunsch, Rechnerkapazitäten besser zu nutzen, Energie und Kosten zu sparen und die Datensicherheit zu erhöhen. Der neue Chef des Veranstalters Vmware, Paul Maritz, entwarf vor den Spezialisten in Las Vegas die Vision von „Cloud Computing“: „Den Anwender interessiert es eigentlich nicht, wo seine Daten verarbeitet werden, er will nur das seine Anwendung sicher, schnell und komfortabel bearbeitet werden“. Unscharf blieb allerdings seine Vision eines virtuellen Betriebssystems. Der konkreten Feststellung „Die Betriebssysteme in der Form, wie wir sie heute kennen, werden verschwinden“ stand die recht unklare Vision von etwas „Netzweitem“, das deren Stelle einnehmen werde, gegenüber. „Wie so etwas aussehen wird, weiß ich heute auch noch nicht“, gab Maritz unumwunden zu.

Konkreter sind die Lösungen, die heute schon die Rechenzentren entlasten können. Vor allem bei den leistungsfähigen Multicore-Prozessoren und den mit reichlich Arbeitsspeicher ausgestatteten Servern können problemlos mehrere Anwendungen auf der gleichen Hardware parallel laufen. Allerdings könnten sich dabei Datenbanken oder Programme gegenseitig beeinflussen. Deswegen nutzt man so genannte virtuelle Maschinen, um die Anwendungen zwar auf einer Hardware laufen zu lassen, jedoch die Programme gegeneinander zu kapseln.

Bei diesen virtuellen Computern handelt es sich im Prinzip um eine Datei, die von einem so genannten Hypervisor wie das Dateisystem eines Computers behandelt wird. Diese Dateien, die einen Computer repräsentieren, könne auf jeder Hardware, auf der ein Hypervisor läuft, gestartet werden. Dadurch lassen sich virtuelle Server leicht zwischen verschiedenen physikalischen Maschinen verschieben - mittels spezieller Dienstprogramme sogar im laufenden Betrieb. Erreicht ein Rechner die Auslastungsgrenze oder benötigt eine Applikation mehr Arbeitsspeicher, wird die komplette virtuelle Maschine auf einen anderen Rechner verschoben.

Dadurch lässt sich Energie für die Stromversorgung und die Klimatisierung sparen und der Platzbedarf reduzieren. „Green IT“ ist somit ein wichtiges Argument für die virtuellen Maschinen. Nicht nur wegen des Umweltschutzes, sondern vor allem, weil diese Nebenkosten mittlerweile leicht die Hälfte eines IT-Etats ausmachen können. Zudem ist es der virtuellen Maschine egal, auf welcher Rechnerhardware sie laufen. So ist eine Migration von alter auf neue Hardware ohne Neuinstallation möglich.

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