Vodafone und KPN kritisieren Münchener Konzern
Mobilfunker bestellen weniger bei Siemens

Führende deutsche Mobilfunkanbieter haben ihre Bestellungen bei angeschlagenen Handy-Sparte von Siemens zurückgefahren und die Modellpalette des Konzerns kritisiert. "Wir haben weniger bei Siemens bestellt", sagte Jürgen von Kuczkowski, Deutschland-Chef von Vodafone, gestern am Rande der Computermesse Cebit. "Der Preis und die Produkte müssen stimmen", sagte von Kuczkowski. Das sei bei Siemens nicht der Fall.

HB HANNOVER. Auch die niederländische KPN-Gruppe, zu der die drittgrößte deutsche Mobilfunkgesellschaft E-Plus gehört, reduzierte ihre Bestellungen bei Siemens. "Siemens hat 2003 ein besseres Geschäft gemacht als 2004", sagte Guy Demuynck, Chef de Mobilfunksparte KPN Mobile. Siemens habe im vergangenen Jahr Probleme gehabt und es brauche Zeit, um den Imageverlust wettzumachen.

Siemens hatte im Dezember eingeräumt, dass der deutsche Marktführer T-Mobile weniger Handys für das wichtige Weihnachtsgeschäft bestellt habe. Siemens hält sich bisher alle Optionen für die seit drei Geschäftsquartalen defizitäre Handysparte offen: Sanierung, Verkauf Kooperation mit einem anderen Hersteller.

Derzeit sieht der Hersteller selbst aber keine Zurückhaltung der Mobilfunkkonzerne. "Siemens hat bisher keine Anzeichen dafür, dass sich Mobilfunkanbieter bei der Bestellung von Siemens-Handys zurückhalten", sagte eine Konzernsprecherin.

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