Voice over IP
Software schützt vor Lauschangriff

Die Internettelefonie wird sicherer – Telefonhersteller und Service-Provider setzen bereits eine neue Verschlüsselungstechnik ein.

DÜSSELDORF. Es klingt wie die üblichen Visionen der Computerexperten: In wenigen Jahren gehört der analoge Festnetzanschluss der Vergangenheit an. Telefoniert wird nur noch über das Internet. Bis es so weit ist, gilt es in der Internettelefonie, dem so genannten Voice over IP (VOIP), noch einige Hürden zu nehmen. Nachdem es den Technikern gelungen ist, die Sprachqualität zu verbessern und das lästige Rauschen zu unterdrücken, nehmen sie das nächste Ziel ins Visier: die Abhörsicherheit. Verschlüsselungstechnik, die bislang vor allem Firmen in ihren Netzen genutzt haben, sollen auch die VOIP-Gespräche der Privatleute schützen.

Für Internetunternehmen ist VOIP eines der Wachstumsthemen schlechthin. Bereits im vergangenen Jahr nutzten über elf Millionen Anwender die neue Art der Telefonie, Tendenz: steigend. In einer Umfrage der Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting auf der vor wenigen Tagen beendeten Cebit gaben daher auch rund ein Drittel der 50 größten Aussteller an, dass VOIP eines der wichtigsten Trendthemen in den kommenden Jahren sei.

Beliebt ist die Internettelefonie vor allem bei Auslandsgesprächen, da hier die Kosten deutlich geringer sind als bei normalen Telefonaten. Doch der Boom birgt auch Risiken. Je mehr Sprache in Datenpakete verwandelt wird und kreuz und quer über das Internet verschickt werden, desto mehr Computer-Hacker, Spam-Firmen und Telefonspitzel werden angelockt. Bereits seit Jahren versuchen die Internet-Unternehmen daher, die digitale Sprache vor unerwünschten Angriffen zu schützen. Zunächst wurde dabei vor allem die Hardware gesichert, indem persönliche Passwörter eingerichtet wurden. Diese Maßnahme allein verspricht keinen ausreichenden Schutz. Eine echte Lösung des Problems wird nur mit der Verschlüsselung der als Datenpaket verschickten Sprache erreicht.

„Bei Internettelefonen, die beispielsweise in einem großen Unternehmen an nur einem zentralen Server angeschlossen sind, ist das bereits möglich“, sagt Thomas Messerer vom Fraunhofer Kompetenzzentrum Sprachkommunikation. Der Server generiert dabei Zertifikate für die einzelnen Telefone. Diese können die beiden an dem Gespräch beteiligten Computer dann überprüfen und das Telefonat entschlüsseln.

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