Volle Lager
Verschleudert Acer drei Millionen Notebooks in Europa?

Acer hat volle Lager in Europa und schreibt 150 Millionen US-Dollar ab. Fast drei Millionen stark verbilligte Notebooks sollen nun in den Handel kommen. 300 Arbeitsplätze werden gestrichen.
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Wegen Fehlern in der Buchführung sind in Europa hohe Notebook-Lagerbestände entstanden, auf die Acer eine Abschreibung in Höhe von 150 Millionen US-Dollar vornimmt. Das gab das Unternehmen bekannt. Das Branchenmagazin Digitimes aus Taiwan berichtet , dass Herstellerkreise nun erwarten, dass fast drei Millionen stark verbilligte Notebooks den europäischen Markt überschwemmen werden. Konkurrent Asustek (Asus) fürchtet bereits Einbußen für sein Europageschäft.

Acer kündigte zugleich an, in Europa 300 Arbeitsplätze abzubauen. In erster Linie betroffen sei der spanische Markt, nicht Acer Deutschland. Die Bekanntgabe erfolgte Mittwochabend, Details seien noch nicht bekannt, hat Golem.de aus informierten Kreisen erfahren. Acer Deutschland hat ungefähr 300 Mitarbeiter. Acer ist, gemessen an den Stückzahlen, nach Hewlett-Packard der zweitgrößten Computerhersteller der Welt.

Acer hatte erklärt, seinen Geschäftsbetrieb im Wirtschaftsraum EMEA, eine Abkürzung, die für Europe (West- und Osteuropa), Middle East (Naher Osten) und Afrika steht, "zu verschlanken" und 300 Arbeitsplätze zu streichen. "Durch ein schnelles Handeln wollen wir die bevorstehenden Herausforderungen auf dem Markt bewältigen." Die Prämienzahlung an die Mitarbeiter für 2010 soll um 40 Prozent gekürzt werden. Die Dividende für die Aktionäre wird nicht gekürzt.

Ende März 2011 hatte Acer seinen Vorstandschef Gianfranco Lanci entlassen. "Wir müssen unsere Geschäftsstrategie ändern, weil sich die Landschaft der PC-Industrie mit dem Aufstieg der Tablets und vieler verschiedener PC-Betriebssysteme stark geändert hat", sagte Aufsichtsratschef J.T. Wang kurz davor.

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