Von Klage aber abgesehen
US-Teenager kassierte mit falscher AOL-Site ab

Ein US-Teenager hat nach Angaben der US-Wettbewerbsbehörde FTC mit Massenmails und einer gefälschten Website des Onlineproviders AOL Kreditkarten-Daten und mehrere tausend Dollar erschlichen.

Reuters WASHINGTON. Wie die FTC am Montag mitteilte, sahen die Behörden von einer Klage gegen den 17-Jährigen ab, nachdem dieser sich einverstanden erklärt habe, die ergaunerten 3 500 Dollar (rund 3 100 €) zurückzuzahlen. Zudem dürfe er lebenslang keine unerwünschten Massenmails - Englisch „Spam“ genannt - versenden. AOL begrüßte das Vorgehen der Behörde.

Der Jugendliche forderte der FTC zufolge Internet-Nutzer in E-Mails auf, ihre AOL-Rechnungsdaten zu aktualisieren. Sie wurden über einen Link in der E-Mail zu einer gefälschten AOL-Seite geführt. Die Seite mit AOL-Logo sei über weitere Links auch mit echten AOL-Seiten verbunden gewesen. Auf der gefälschten Seite habe der Jugendliche die Nutzer unter anderem aufgefordert, Kreditkartennummern, deren Kreditrahmen sowie AOL-Einwahlnamen und Passwörter mitzuteilen. Mit den Daten kaufte er ein und versendete außerdem unter dem Namen der Opfer weitere Massenmails.

Ein AOL-Sprecher nannte das Vorgehen der FTC erfreulich. Praktisch jeder könne im Internet Firmen-Logos fälschen, sagte er, und rief die Internet-Nutzer zu besonderer Vorsicht auf. „Wir haben unseren Mitgliedern immer gesagt, dass AOL sie nie nach ihrem Passwörtern oder Rechnungsdaten fragen wird. Es ist AOLs goldene Regel.“

Es war das erste Mal, dass die FTC in einem Fall vorgegangen ist, bei dem mit Hilfe von Spam-Mails und gefälschten Web-Seiten den Nutzern Finanzdaten geraubt wurden. „Wir fangen erst an, das Ausmaß dieser E-Mails zu entdecken. Sie beginnen erst zu wuchern“, sagte eine FTC-Sprecherin. Nach Angaben der US-Bundespolizei FBI gehen bei der Behörde im Monat etwa 9 000 Beschwerden über gefälschte E-Mails und Webseiten ein.

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