Vorrangstellung in Gefahr
Frankreich bricht Apple-Monopol auf

Die französische Nationalversammlung hat am Dienstag ein Gesetz zum Urheberrecht bei Musik-Downloads verabschiedet. Das Gesetz schreibt vor, dass legal gekaufte Musik auf allen Geräten abspielbar sein muss. Das würde vor allem den US-Konzern Apple treffen, der mit iPod und iTunes eine absolute Vorrangstellung besitzt.

ku PARIS. Geht es nach dem Willen des französischen Parlaments, müsste Apple seine Software aus der Musik-Bibliothek iTunes allen Konkurrenten zur Verfügung stellen. Es gilt deshalb unter Branchenkennern als möglich, dass Apple an einen Rückzug vom französischen Markt denkt.

Allerdings handelt es sich beim Beschluss der Nationalversammlung erst um die erste Stufe des Gesetzgebungsverfahrens. Im Mai muss noch der Senat darüber entscheiden. Es gilt als wahrscheinlich, dass es frühestens im Juni zu einer endgültigen Entscheidung kommt. Bisher können Musikstücke, die aus dem Apple Online-Musikshop iTunes heruntergeladen werden, nur auf einem iPod abgespielt werden. Der Erfolg von Apple beruht auf der unmittelbaren Verbindung von iPod und iTunes Music Store.

Frankreich will Wettbewerbern den Zugang zu der Technik ermöglichen. "Es ist inakzeptabel, dass es in diesem Geschäft ein Monopol gibt. Frankreich ist gegen Monopole", sagte Martin Rogard, Berater des französischen Kulturministeriums. Kulturminister Renaud Donnedieu de Vabres glaubt, dass andere Länder Frankreich folgen werden. Apple sagte, man warte zunächst die endgültige Entscheidung ab.

Gleichzeitig verabschiedete die Nationalversammlung einen Strafenkatalog gegen das illegale Kopieren von Filmen und Musik aus dem Internet. Privaten Nutzern, die Musik nur zum Eigenbedarf schwarz herunterladen, droht ein maximales Bußgeld von 38 Euro. Wer Software zum Raubkopieren vertreibt, muss mit sechs Monaten Haft und 30 000 Euro Bußgeld rechnen.

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