VR-Technologie
Werbefilme entstehen am Computer

Für ihre aufwendigen Kampagnen greifen Autofirmen in die Datenkiste der Ingenieure.

DÜSSELDORF. Wer sich im Internet den Werbefilm für den Porsche Cayman S ansieht, hat viele Möglichkeiten, den Sportwagen in voller Fahrt zu betrachten. Der interaktive Clip erlaubt rasante Perspektivwechsel, um den Wagen von allen Seiten zu begutachten. Und wer das Detail liebt, zoomt sich bis auf wenige Zentimeter an die chrom-blitzende Karosserie heran.

Den silbernen Sportwagen, der durch eine mitternächtliche Metropole flitzt, gibt es allerdings nur im Computer. "Derartige Kamerafahrten und Zooms mit einem realen Fahrzeug und echten Kameraleuten zu drehen, wäre deutlich teurer gewesen und hätte viel länger gedauert - und Zeit spielt eine entscheidende Rolle bei solchen Kampagnen", sagt Marek Grzebin, der bei Porsche das Internet, E-Business und Dialogmarketing verantwortet. Der Internetfilm ist Teil einer mehrstufigen Kampagne für den Cayman S, der seit November bei den Händlern steht. Seit Februar werden Interessierte von Porsche bereits mit Vorab-Informationen gefüttert.

Bei dem Webspecial kommt eine Technologie zum Einsatz, die bislang vor allem den Entwicklern in der Automobilindustrie und in anderen Branchen vorbehalten war: Die Porsche-Werber arbeiten mit der dreidimensionalen Visualisierung von Modellen mit Hilfe von Virtual Reality-Technologie (VR). Auch anderen Automobilbauern hilft die VR inzwischen häufig, um auf Basis der Konstruktionsdaten in den CAD-Systemen Bilder für den Werbe-Einsatz zu generieren. Toyota nutzt die Technologie beispielsweise, um Bildmaterial für Kataloge und Werbefilme für Messen zu produzieren. Opel und BMW setzen bei der Werbung auf einen Mix von realer Fotografie, Visualisierungstechnologie und Daten aus den Entwicklungslabors.

"Wir haben aus der Entwicklung tolle Grunddaten zur Verfügung, die wir nun auch in den elektronischen Medien nutzen", sagt BMW-Marketing-Experte Christian Baecher, der für den internationalen Internetauftritt verantwortlich ist. So werde die VR-Technik genutzt, um Internet-Werbefilme für eine neue 3er-Limousine zu drehen. "Wir haben Sequenzen entwickelt, wie man sie aus Kinofilmen wie ?The Matrix' kennt", sagt Baecher. "Vom echten Videobild wechseln wir in ein 3 D-Bild aus dem Computer über." Das Ergebnis ist ein rasanter Flug um das Fahrzeug, der im Motorinneren endet. "So etwas real zu filmen, ist bislang unmöglich", sagt Baecher.

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