Wachsende Leistungsfähigkeit mobiler Geräte
Gefahr durch Handy-Viren steigt

Kaum hat man sich daran gewöhnt, dass PCs permanent von Viren und Würmern bedroht werden, haben die kriminellen Programmierer neue Ziele ausgemacht: Handy und Co.

DÜSSELDORF. "Je intelligenter mobile Geräte werden, desto gefährdeter sind sie durch kriminelle Angriffe", warnt Ofer Elzam, Produktverantwortlicher für eSafe bei Aladdin Systems in einem Gespräch mit Handelsblatt.com. Bei PCs und klassischen Netzwerken ist das bereits Alltag, sie werden ohne Virenscanner und Firewall in kürzester Zeit Opfer von Hackern und Virenautoren. Fachleute schätzen, dass ein PC, der ohne jede Sicherheitssoftware im Internet hängt, schon nach weniger als 20 Minuten mit Viren, Würmern und Trojanern verseucht ist.

In Deutschland wurde dabei gerade eine Grenze überschritten: Die Anzahl der Handys übersteigt die Einwohnerzahl. Es erstaunt daher nicht, dass sich die Aufmerksamkeit der dunklen Internet-Seite verstärkt auf Handy, Organizer und Co. richtet. Waren bis vor kurzem nur einige wenige Handyviren wie zum Beispiel Cabir, One-Jump, Comwar oder Skull bekannt, zählen die Experten heute 300 verschiedene Schädlinge. "Die meisten dieser Viren sind für das Symbian-Betriebssystem geschrieben, aber wir haben auch schon plattformübergreifende gesehen", erklärt Ofer Elzam. Die mobilen Business-Geräte werden heute überwiegend mit dem Symbian-Betriebsystem gesteuert. Allerdings findet man auch immer häufiger die mobile Version von Windows aus dem Hause Microsoft. Während die meisten Schädlinge nur auf dem Betriebsystem ihren Schaden anrichten, für das sie programmiert wurden, sind die plattformübergreifenden Viren zum Beispiel in Java geschrieben, was auf allen Plattformen läuft.

Zurzeit verläuft die Verbreitung der Viren zwar noch schleppend, denn sie müssen in der Regel per SMS oder MMS an die einzelnen Handys verschickt werden. Man kann sich allerdings auch schon im "Vorbeigehen" einen Schädling einfangen. Das Einfallsloch ist dabei die Bluetooth-Schnittstelle. Ist diese aktiviert, so kann ein Angreifer darüber seinen Schadcode auf dem mobilen Gerät installieren, sobald er in Sendereichweite ist. "Das ändert sich, wenn die mobilen Geräte direkt Verbindung zum Internet haben", prognostiziert Ofer Elzam. "Dann surfen die Anwender im Web und holen sich die Infektionen." Damit haben die Virenautoren die gleiche Verbreitungsplattform wie bei Arbeitsplatzrechnern und Notebooks.

Einen generellen Unterschied sehen Fachleute allerdings in den Szenarien. Bei einem Internetprovider mietet man sich die Leitung und surft durch das Netz. Anders bei Mobilfunkverträgen. Dort wird oft eine zeitabhängige Verbindungsgebühr abgerechnet. Die bisher bekannten Angriffe auf Handys stellen entweder eine Verbindung zu den Nummern aus dem Telefonbuch her oder wählen so genannten Premium-Rufnummern mit horrenden Minutenpreisen. Den Mobilfunkprovidern ist das ein Dorn im Auge und sie treiben daher erheblichen Aufwand zum Schutz der Kunden. Dabei schätzen Fachleute wie Ofer Ezlam, dass die Mobilfunkkonzerne künftig auf zentrale Lösungen setzen. Zentrale Schutzprogramme überwachen den Datenstrom in Richtung der Mobilgeräte und filtern Viren, Würmer und Trojaner direkt aus. "Der Endkunde braucht sich um diese Art der Angriffe nicht zu sorgen", verspricht Ezlam.

Allerdings gegen die Vieren, die im vorbeigehen per Bluetooth übertragen werden oder die ein Handy mit WLAN-Funktionalität sich am Hotspot einfängt, helfen auch diese zentralen Lösungen nicht.

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