Währungseinflüsse heben Gewinn
Nintendo kämpft an vielen Fronten

Der japanische Spielekonsolenhersteller Nintendo bekommt eine Atempause: Dank hoher Währungsgewinne, ausgelöst durch die Schwäche des Yen an den Devisenmärkten, wird der Computerspiele-Spezialist das beste Ergebnis seit vier Jahren einfahren. Doch das ändert wenig an den Herausforderungen, denen sich der Konzern aus Kyoto stellen muss.

DÜSSELDORF. Der Erfolg kommt - bei leicht sinkendem Gesamtumsatz - weitgehend aus einem Produkt, dem "Gameboy" und dessen Weiterentwicklung "DS" sowie der dazu passenden Software. Doch der "DS" bekommt massive Konkurrenz durch Sonys "PSP" (Playstation Portable) und am Horizont tauchen schon die nächsten Gegner auf: Gaming-Mobiltelefone.

"Bereits 2009 werden Mobiltelefon-Spiele 40 Prozent des gesamten Videospiele-Marktes ausmachen", sagt Telekom-Spezialist Bernd Janke von Steria Mummert Consulting. "Anbieter wie Sony und Nintendo werden Marktanteile an Firmen wie Nokia und Motorola abgeben müssen", ist Janke überzeugt. Der Umsatz mit Mobilfunk-Spielen werde sich allein in Europa bis 2009 auf sieben Mrd. Euro mehr als verdreifachen und sogar das Geschäft mit Klingeltönen überholen.

Was auf Unternehmen wie Nintendo und Sony zukommen wird, lassen schon die Verkaufszahlen der Hardware erahnen: Seit Verkaufsstart Ende 2004 hat Nintendo, Weltmarktführer bei mobilen Spielekonsolen, gut sechs Millionen "DS" verkauft, bis Ende 2006 sollen es zehn Millionen werden. Zum Vergleich: Vergangene Woche hat Nokia-Chairman Jorma Ollila die Prognose für den weltweiten Mobiltelefonmarkt auf über 900 Mill. verkaufte Geräte angehoben. Ein gigantischer Markt auch für Spielentwickler.

Nintendo reagiert bereits und versucht seinerseits, in den Kommunikationsmarkt einzusteigen. "DS"-Kunden können - über Internet-Zugangspunkte etwa in Cafes oder Bahnhöfen - kostenlos miteinander spielen. Anfang März hat das Unternehmen in Japan eine neue, schlanke Version der Konsole vorgestellt, die DS Lite wird 20 Prozent leichter und um ein Drittel schmaler sein. Zur Jahresmitte soll ein Web-Browser einen Internet-Zugang ermöglichen, wie ihn auch Mobiltelefone heute bieten.

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