Wahlzettel bleibt auch im Internetzeitalter erhalten
Elektronische Wahl unter Beschuss

Das Pentagon hat die Reißleine gezogen. Wahlen über das Internet wird es nicht geben. Grund sind Sicherheitsbedenken.

hiz DÜSSELDORF. Bei der kommenden Präsidentenwahl sollten Angehörige des Militärs und andere amerikanische Bürger im Ausland die Chance bekommen, ihre Stimme per Internet abzugeben. Aus Sicherheitsbedenken hat das amerikanische Verteidigungsministerium das Vorhaben jetzt allerdings gestoppt. Es könne nicht die Legitimität der so abgegeben Stimmen garantiert werden, zitiert der Informationsdienst Australian IT die Bedenken des US-Verteidigungsministers Paul Wolfowitz.

Ziel des Projektes SERVE (Secure Electronic Registration and Voting Experiment) war es, den rund sechs Millionen Wahlberechtigten außerhalb der USA die Möglichkeit einzuräumen, ihre Stimme Online abzugeben. Zugute käme das vorwiegend Militärs und deren Angehörigen im Auslandseinsatz. Nun scheint der Wahlzettel aber den Soldaten erhalten zu bleiben, auch wenn auf der Homepage von SERVE noch keine Informationen zum Ende des richtungsweisenden Experimentes zu finden sind.

Die Entscheidung geht anscheinend auf eine Veröffentlichung von Sicherheitsexperten zurück. Im Januar publizierten sie ein Gutachten, in dem sie darauf hinwiesen, dass es sich bei SERVE um eine Internet- und PC-basierendes System handele und deswegen mit all den bekannten Sicherheitsproblemen belastet sei. Sie befürchten, dass Angriffe von innen und außen katastrophale Folgen haben könnten. Hackerattacken oder Viren könnten falsche Wahlergebnisse zur Folge haben.

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