IT + Internet
Warnung vor Medikamentenkauf in Online-Auktionen

Der Verkauf von Medikamenten bei Internet-Versteigerungen nimmt nach Ansicht von Verbraucherschützern gefährliche Züge an.

dpa DüSSELDORF. Der Verkauf von Medikamenten bei Internet-Versteigerungen nimmt nach Ansicht von Verbraucherschützern gefährliche Züge an. In Privatauktionen tauchten immer wieder verschreibungspflichtige Mittel wie die Anti-Baby-Pille auf, sagte der Gesundheitsexperte der nordrhein-westfälischen Verbraucherzentrale, Wolfgang Schuldzinski, in Düsseldorf.

„Der Privatverkauf ist gesetzlich verboten. Dennoch versagen bei den Online-Marktplätzen die Sicherheitssysteme.“ In einer dreiwöchigen Stichprobe habe die Verbraucherzentrale in vier von fünf Auktionshäusern und Kleinanzeigenmärkten im Internet Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz registriert.

„Es wurden auch Medikamente angeboten, die eigentlich nicht mehr zu verwenden sind“, sagte Schuldzinski, etwa geöffnete Packungen von Anti-Baby- Pillen, in denen „nur drei Stück fehlen“, wie es in einem Angebot hieß. Die Versteigerungen seien für die Verbraucher reizvoll, da die Preise oft deutlich niedriger seien als in einer Apotheke.

Lediglich das führende Auktionshaus E-Bay sperre solche Angebote, dies aber oft erst nach einigen Tagen. Sofort-Käufe, bei denen die Bieter nicht auf das Ende der Auktion warten müssen, werden dagegen nicht unterbunden. „Wir verlangen von den Auktionshäusern, dass sie ihren Pflichten besser nachkommen“, sagte Schuldzinski.

Auch Apotheken, die nach einer behördlichen Registrierung offiziell Medikamente in Online-Auktionshäusern verkaufen dürfen, verstießen mit ihren Versteigerungen häufig gegen gesetzliche Bestimmungen. So sei es möglich, Schmerz-, Schlaf- und Grippemittel ohne Warnhinweis in riesigen Mengen zu ersteigern. „In einer normalen Apotheke ist der Apotheker verpflichtet, große Mengen nicht herauszugeben“, sagte Schuldzinski.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%