Was das Netz bewegt: Kampf der Systeme

Was das Netz bewegt
Kampf der Systeme

Der Kampf der Systeme des Digitalzeitalters ist nun offiziell eingeläutet: Googles Ideologie der Offenheit gegen Apples geschlossene Plattform – so sieht es jedenfalls Google-Chef Eric Schmidt. Die Realität ist indes komplizierter. Außerdem in der Netzumschau: Apple wagt ein bisschen Freiheit, 3D-Fernsehen mit Tücken, ein großer Haufen Bücher und Michael Jackson trifft auf Nirvana.
  • 0

DÜSSELDORF. Nun es ist also offiziell: Nach zahlreichen gegenseitigen Sticheleien zwischen Apple und Google hat Google-Chef Eric Schmidt in dieser Woche den offenen Systemkrieg erklärt. In Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung redete der aus dem Apple-Aufsichtsrat ausgeschiedene Manager Klartext über die Beziehung der beiden Unternehmen.

„Unser Modell ist offen. Wir haben eine große Wette auf die Offenheit der Systeme laufen. Offenheit ist meine Religion. Die Apple-Religion ist das genaue Gegenteil. Ich weiß das, weil ich im Aufsichtsrat gesessen habe“, sagte er in dem Interview. Was er meint: Googles Antwort auf das Mobile Computing ist Android, eine offene Linux-basierte Open-Source-Software, für die jeder Anwendungen schreiben darf. Apples iOS ist dagegen ein geschlossenes Gehege: Der Technologieriese behält sich vor, Anwendungen nicht freizugeben und zweigt sich 30 Prozent vom Umsatz jeder verkauften App ab.

Techcrunch findet das Offenheits-Argument bei Android allerdings – um es familienfreundlich auszudrücken – ziemlichen Unsinn. In der Theorie sei eine offene Mobilplattform eine tolle Sache, so das renommierte IT-Blog – nur de facto sei Android nicht offen. Das liege vor allem daran, Google nicht alleine die Herrschaft über Android hat, sondern das Betriebssystem an die Handy-Provider lizenziert – die teilweise schreckliche Dinge damit anstellten.

„Wir erleben gerade, dass in einigen Fällen die Provider sogar in der Lage sind, die ‚Offenheit’ auszunutzen, indem sie ein geschlossenes System kreieren, dass dich nach Apples geschlossenen System schreien lässt – das funktioniert wenigstens richtig und verhält sich so wie erwartet“, meint Techcrunch. Die letzte Android-Smartphones, die der Autor nutzte, waren voll mit unerwünschter Software – die sich überwiegend nicht mal deinstallieren ließ. „Wo ist das bitte offen?“, fragt der Blogger. Mit einer Offenheit ganz anderer Art hat Apples mobiles Betriebssystem iOS unterdessen zu kämpfen: Es mehren sich die Berichte über ein grundlegendes Sicherheitsproblem in der neusten iOS-Version 4.1. Gute Nachrichten für alle, die ihre iPad oder iPhone aus der Apple-Herrschaft per Jailbreak befreien wollen.

Seite 1:

Kampf der Systeme

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Seite 5:

Kommentare zu " Was das Netz bewegt: Kampf der Systeme"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%