Was das Netz bewegt
Wenn Giganten streiten

Der Kampf ums Wohnzimmer ist voll entbrannt – und Apple stürmt mit einem neuen Gerät vorneweg. Für einen anderen erfolgsverwöhnten Riesen – Google – lief es zuletzt nicht mehr ganz so rund. Außerdem in der Netzumschau: Geschichtsklitterung bei Microsoft, Innovationswüste deutsches Internet und das Dauerthema Leistungsschutzrecht.
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DÜSSELDORF. Wenn Steve Jobs die Bühne betritt, bebt die Welt der Nerds. Erstmals hat Apple eine seiner Keynotes per Livestrem übertragen – allerdings nur für Nutzer, die einen Mac mit der neusten Version von Mac OS X oder ein aktuelles iPad bezeihungsweise iPhone besitzen. Die Premiere der neuen Streaming-Technologie des Konzerns glückte nicht ganz: Bei vielen Apple-Jüngern an den Macs, iPhones und iPads rund um den Globus hakte die Apple-Präsentation aus San Francisco.

Schmutzige Tricks im Kampf um Entwickler?

Neben den Highlights der Produktvorstellungen achteten die Blogger vor allem auf die Zwischentöne aus dem Apple-Reich. So nutzte der Apple-Chef die Keynote beispielsweise als weitere Gelegenheit, gegen Konkurrent Google zu stänkern. „Wir glauben, einige unserer Freunde zählen Updates in ihren Statistiken“, raunte Jobs angesichts des tobenden Plattform-Kriegs zwischen Apples iOS und Googles Android-Plattform auf Smartphones, bei der Entwickler mit immer neuen Zahlen dazu gebracht werden sollen, für die eigene Plattform zu programmieren.

Google wies die Anschuldigung umgehend zurück: Gegenüber Fortune sagte ein Google-Sprecher, die Zahlen zur Verbreitung der eigenen Smartphone-Plattform seien sogar eher unter- als übertrieben: „Die Zahlen zu Androidaktivierungen beinhalten keine Updates und beziehen sich sogar im Gegenteil nur auf einen Teil der Android-Geräte, da nur solche gezählt werden, die Google Services nutzen“. Bleibt die Frage, wem man nun traut: Google oder Apple, bemerkt Mashable. Read Write Web will außerdem herausgehört haben, dass Jobs aus Versehen Kameras für die nächste Generation der iPods angekündigt hat.

Wenn Giganten kämpfen, werden Start-Ups zertrampelt

Die einzige Überraschug der Präsentation blieb neben der Tatsache, dass Apple TV doch nicht in iTV umgenannt wurde, die Vorstellung des sozialen Netzwerks Ping für iTunes. Der letzte Sargnagel für das einst erfolgreiche Musik-spezialisierte soziale Netzwerk MySpace, wie es Mashable ausdrückt. Von Ping zeigt sich Basic Thinking allerdings in einem ersten Test wenig begeistert. Das Blog bemängelt Fehler, Schwierigkeiten bei der Registrierung, eine komplizierte Navigation und bisher sehr wenige Nutzer. „Ping ist zumindest im Moment noch kein Social Network, das Spaß macht oder irgend jemanden angreift“, lautet das Fazit des Blogs.

Die New York Times sieht neben MySpace und Facebook auch Start-Ups angegriffen: „Wenn Giganten kämpfen, werden Start-Ups zertrampelt“, schreibt die Zeitung und nennt als Beispiel Blippy. Der Online-Service ermöglicht Nutzern nachzuverfolgen, welche Musik Freunde bei iTunes kaufen – eine Dienstleistung, die durch Ping nun überflüssig wird.

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