Web 2.0
Deutsche Firmen hinken US-Konzernen hinterher

Während in den USA eine Vielzahl der Unternehmen Web 2.0-Aktivitäten für äußerst wichtig erachtet, um erfolgreich zu sein, betrachten deutsche Unternehmen Social-Media-Anwendungen wie Blogs, Podcasts und soziale Netze immer noch weitestgehend als Zeitverschwendung. Was deutsche Unternehmen aus den USA lernen können.

DÜSSELDORF. Bill Marriott ist nicht die Person, die man unter der Bezeichnung „Blogger“ erwarten würde. 76 Jahre ist er, und wie sein Nachname ausweist, gehört er zur Hoteldynastie der Marriotts. Genauer: Er ist Chairman und Chief Executive Officer des US-amerikanischen Konzerns mit 12,9 Mrd. Dollar Jahresumsatz.

Und: Marriot bloggt – unter www.blogs.marriott.com. Mal berichtet er von persönlichen Erlebnissen, dann sinniert er über die Branche. Und das ist nicht nur zu lesen, sondern auch zu hören. Denn Marriott schreibt seine Artikel nicht, er diktiert sie. „Ein Blog zu starten, war für mich ein großer Erfolg“, schrieb er jüngst: „Ich kann mit unseren Gästen und Geschäftspartnern reden über was ich mag und sie können mit mir reden. Ich finde, Bloggen bringt Menschen zusammen.“

In Deutschland würde der Senior unter Managern wohl als Sonderling gelten. Denn hier zu Lande betrachten Unternehmen gerade das Web 2.0 – also Online-Dienste deren Nutzen exponenziell mit der Zahl ihrer Anwender steigt – noch immer als kuriose Zeitverschwendung.

Symptomatisch dazu sind die Ergebnisse einer jüngst veröffentlichten Befragung von über 1 000 Entscheidern im Mittelstand, durchgeführt von IBM: 81 Prozent der Befragten erklärte, Web-2.0-Anwendungen seien nichts für ihr Unternehmen. Ein Drittel der Befragten hatte den Begriff noch nicht einmal gehört. Andere Studien bestätigen die Haltung.

Ganz anders die USA. Das Mittelstandsmagazin „Inc“ und die Universität Dartmouth befragten 209 der 500 am schnellsten wachsenden US-Unternehmen nach ihren 2.0-Aktivitäten. 78 Prozent von ihnen halten Social-Media-Anwendungen wie Blogs, Podcasts und soziale Netze für wichtig, um erfolgreich zu sein. Nur 23 Prozent der Firmen nutzen überhaupt keine dieser Anwendungen, im Jahr 2007 waren es noch 43 Prozent. Vor allem drei Varianten der neuen Web-Techniken sind beliebt: Netzwerke, die bei 49 Prozent der Firmen eine Rolle spielen, Online Video (45 Prozent) und Weblogs (39 Prozent). Als Vorreiter bei Nutzung von Web-2.0- Technologien gilt etwas die US-Elektronikkette Best Buy.

Seite 1:

Deutsche Firmen hinken US-Konzernen hinterher

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%