Web 2.0
Einer für alle, alle für einen

Das World Wide Web ist in Bewegung: eine wachsende Zahl von Nutzern, Entwicklern und findigen Internetunternehmern sucht nach neuen Wegen für mehr Kommunikation und Interaktion. Gefahren wie Datenmissbrauch werden dabei gern übersehen.

SAN FRANCISCO/DÜSSELDORF. Es war eine Rede, die Englands Medienbranche erschütterte – nur in Deutschland hat es kaum jemand mitbekommen. Vor zwei Wochen erläuterte BBC-Chef Mark Thompson weit reichende Änderungen beim britischen Staatsrundfunk. Medien müssten künftig sein wie Martinis, erklärte er: „Sie müssen erhältlich sein, wann und wo man es will, und ihre Inhalte müssen frei zwischen Kanälen und Plattformen austauschbar sein.“ Und: „Unsere Zuschauer sind nicht mehr nur Zuschauer, sondern Teilnehmer und Partner.“

Künftig darf jeder kostenlos Inhalte aus den Radioarchiven der BBC nehmen und beliebig verändern. Nutzer sollen anderen Nutzern helfen, das gewaltige Archiv des Senders zu durchforsten. Und natürlich sollen sie mit den Redaktionen ins Gespräch kommen. „BBC Web 2.0“ heißt das Projekt. Und somit nimmt im Ausland sogar der unbewegliche öffentlich-rechtliche Rundfunk das Internet-Zauberwort in den Mund, über das in Deutschland bisher kaum jemand redet: Web 2.0.

In den USA ist dieses Thema längst Katalysator einer neuen Welle von Unternehmensgründungen – und so mancher sieht bereits die nächste Dotcom-Blase herannahen. Denn was dieses Web 2.0 genau ist, lässt sich nur schwer definieren. Drei Trends vor allem werden in diesem Begriff gebündelt:

  • Die neuen Anwendungen bringen Menschen mit gleichen Interessen zusammen. Dazu allerdings müssen sie zuvor ihre Vorlieben verraten, oft auch Daten von sich preisgeben. So bringt das deutsche Business-Netzwerk Open BC Geschäftsleute mit gleichen Interessen in Kontakt.
  • Doch persönliche Daten freizugeben, dazu ist ein großer Teil der Netznutzer bereit – und auch das zeichnet Web-2.0-Anwendungen aus: 40 Millionen von ihnen schreiben über ihr Leben und äußern ihre Meinung in Weblogs, jenen Online-Tagebüchern, deren Zahl sprunghaft steigt. 55 Millionen Menschen haben auf Myspace eine Selbstdarstellung eingerichtet, um neue Freunde zu gewinnen. Andere veröffentlichen selbst gedrehte Videos bei Youtube, einem Dienst, der erst im Dezember startete und derzeit über 20 Prozent Wachstum verzeichnet – pro Monat. Derzeit werden 40 Millionen Videos täglich bei Youtube abgerufen.
  • All diese Dienste lassen sich, dies ist das dritte Merkmal der Web-2.0-Firmen, häufig leicht miteinander verknüpfen, umso neue Anwendungen zu erschaffen. Mashup lautet das Fachwort für diesen Info-Cocktail. Beispiel Trip Mojo, das sich bestehender Online-Straßenkarten und existierender Adressdatenbanken bedient, um auf Karten die Standorte von Hotels zu markieren.
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