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Wikipedia der Meinungen

Die Macher des Internetprojektes Dropping Knowledge wollen, dass sich etwas ändert. Um Probleme wie schwindende Ressourcen und Dürrekatastrophen zu lösen, haben sie weltweit mehrere Millionen Euro zusammengetragen. Doch mit dem Geld werden keine Brunnen in Afrika gebaut, sondern ein virtueller Debattierclub finanziert.

BERLIN. Sollte jeder dort leben dürfen, wo er will? Kann es eine Welt ohne Macht geben? Was sind die wichtigsten Werte, die man einem Kind beibringen kann? Warum wurde noch keine Alternative zu Erdöl entwickelt? Fragen wie diese werden derzeit zu Tausenden unter » www.droppingknowledge.org gesammelt. Jeder darf sie stellen, sie kommen aus der ganzen Welt und täglich werden es mehr.

Mitbegründer des Projektes ist der Berliner Filmemacher und Fotograf Ralf Schmerberg. Seit drei Jahren ist er jetzt schon in der ganzen Welt unterwegs für Dropping Knowledge. Für das Projekt hat er seine Karriere auf Eis gelegt und lebt von Ersparnissen. Die Gelegenheit für eine globale Diskussion sei günstig, deshalb engagiert er sich: „Die Menschen auf der ganzen Welt sind bereit umzudenken. Und das müssen wir alle auch, wenn wir das hier nicht komplett vor die Wand fahren wollen.“

Schmerberg ist wichtig, verschiedene Gesichtspunkte einer Frage frei von Ideologien zu betrachten. Deshalb stehen auf der Seite neben vielen anderen Beiträgen Artikel der chinesischen staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua. „Uns interessieren die Inhalte mehr, als die Herkunft. Wenn wir bei einem globalen Projekt einen Wertekonsens zugrunde legen, würden wir 98 Prozent der Menschen wieder verlieren. Man müsste nur das Projekt umdrehen und in ein anderes Land verlagern, dann würde auch ein Beitrag von einer deutschen Nachrichtenagentur nicht mehr passen.“

1120 Antworten an einem Tag

Die Lösung der diskutierten Probleme stehe bei Dropping Knowledge nicht im Vordergrund, so Schmerberg. Deshalb stelle sich ihm die Frage nicht, ob man von den gesammelten Spenden nicht einfach den Hunger in der Welt bekämpfe. Das täten bereits andere, sagt er. „Wir erwarten neue Formen des Aufbruches, neue Formen der Kommunikation und eine stärkere Integration der Zivilgesellschaft in bestehende Prozesse.“ Denn die sei zwischen Politik und Medien kaum noch zu erkennen.

Obwohl es bei Dropping Knowledge nicht um endgültige Lösungen geht, spielen Antworten bei dem Projekt eine große Rolle. 112 Künstler, Wissenschaftler, Menschenrechtsaktivisten und Vertreter verschiedener NGOs sollen sie liefern. Am 9. September an einem runden Tisch - dem „Table of Free Voices“ - sollen ihnen 100 ausgewählte Fragen gestellt werden. Die Teilnehmer kann jeder Nutzer im Internet vorschlagen.

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