Weber kündigt Weltneuheit für Mitte 2005 an
Mercedes startet mit Radar im Auto

Mercedes-Benz will nach Worten von Daimler-Chrysler-Forschungsvorstand Thomas Weber ab Mitte 2005 als weltweit erster Hersteller Autos mit Radar ausstatten. Die europäische Regulierungsbehörde habe bereits die Frequenzen genehmigt, sagte er.

HB FRANKFURT/M. gab sich zuversichtlich, dass EU-Kommission und nationale Behörden folgen würden. Es soll ein Nah- und ein Fernbereichsradar geben, das "um das Auto eine elektronische Schutzhülle" legt. Informationen über Hindernisse würden teils von dem Auto selbst verarbeitet.

Die Radarsensoren sind in acht zigarettenschachtelgroßen Behältern in den Stoßfängern untergebracht. Mehrere große Autohersteller haben die Technologie bereits bis zu einem seriennahen System entwickelt. Und um die Technik zur Marktreife zu bringen, haben sich die Firmen wie BMW, Daimler-Chrysler, VW, Bosch oder Siemens Automotive zu einem Industriekonsortium namens Sara (short range automotive radar frequency allocation) zusammengetan.

Doch bislang ließ die Zustimmung der EU für die benötigten Frequenzen auf sich warten, denn die Radarsensoren nutzen zur Informationsübertragung Frequenzen auf denen bereits Wetter- und Erderkundungssatelliten funken. Auch die Basisstationen des neuen UMTS-Mobilnetzes arbeiten in einem nahe gelegenen Gigahertzbereich. Vor allem Radioastronomen und Telekomunternehmen hatten Front gegen eine Genehmigung gemacht.

Innovativen Fahrassistenzsystemen gehört die Zukunft. Die Forscher bei allen Automobilunternehmen arbeiten intensiv an der Entwicklung von Regelsystemen, die den Autofahrer in gefährlichen Situationen unterstützen. Die elektronischen Schutzengel sollen den drohenden Unfall voraussehen, früher reagieren und möglichst den Crash verhindern - oder zumindest seine Folgen mildern. Dazu gehört neben der automatischen Notbremse eine elektronische Aufmerksamkeitskontrolle, die per Kamera im Cockpit den Lidschlag des Fahrers überwacht, um ihn bei einem Sekundenschlaf zu wecken.

Für die Autoindustrie und die großen Zulieferer bahnt sich mit den Fahrerassistenzsystemen ein gewaltiger Zukunftsmarkt an: Alleine in Deutschland wird sich der Markt von derzeit rund 2,9 Mrd. Euro bis zum Jahr 2010 auf 11,6 Mrd. Euro knapp vervierfachen, schätzt das Gelsenkirchener Marktforschungsinstitut B&D-Forecast.

Weber kündigte gestern zugleich an, dass das Unfall-Präventivsystem Pre-Safe auch in weiteren Baureihen eingebaut wird. Bislang ist das Sicherheitspaket allein Fahrern der S-Klasse vorbehalten. "Wir werden Pre-Safe auf alle Baureihen ausdehnen", sagte Weber. Das System soll die Unfallgefahr ahnen und die verbleibende Zeit nutzen, um die Insassen auf den Crash vorzubereiten.

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