Websuche
Google soll verstehen lernen

Revolution bei der Websuche von Google: Statt Listen blauer Links will Google künftig echte Antworten auf die Fragen der Nutzer liefern - und damit bessere Treffer. Es ist der Einstieg in die „semantische Suche“.
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New YorkGoogle will seine Suchtechnologie generalüberholen und den Nutzern künftig bessere und treffsichere Fakten liefern. Der Internetkonzern arbeite zur Zeit an einem massiven Umbau der Suchfunktionalitäten, berichtete das „Wall Street Journal“ am Donnerstag. Die Suchmaschine soll dabei besser verstehen, wonach der Nutzer tatsächlich sucht.

Die Suche solle sich künftig danach ausrichten, wie Menschen die Welt verstehen, sagte Google-Manager Amit Singhal der Zeitung. Bislang habe man immer nur hoffen können, dass es irgendwo da draußen eine Website gibt, die tatsächlich die Antwort auf eine gestellte Frage enthält. Eine konkrete Frage nach den zehn tiefsten Seen in den USA etwa kann Google zwar beantworten. Die Antwort wird aber anhand der Schlüsselwörter generiert. Die Maschine wisse nicht, was Tiefe oder was ein See ist, erklärte das Unternehmen.

Dabei geht es vor allem um die sogenannte semantische Suche: Statt einer Liste von Links soll der Anwender im Laufe der nächsten Monate mehr und mehr Fakten präsentiert bekommen, indem die Suchmaschine das Bedeutungsumfeld der Begriffe besser einordnet. Mit einer verbesserten Suchformel sollen neben der herkömmlichen Suche auch speziell Fragen nach Personen, Orten und Dingen erkannt werden. Singhal bestätigte im Gespräch mit dem „Wall Street Journal“ Kernaussagen eines Artikels des US-Blogs Mashable, das bereits im Februar über die anstehenden Veränderungen bei der Google-Suche berichtet hatte.

Als Beispiele nennt die Zeitung etwa die Suche nach dem Namen „Google“. Die semantische Suche wäre in der Lage, das Unternehmen auch mit seinen Gründern Larry Page und Sergey Brin in Verbindung zu bringen und entsprechende Treffer anzuzeigen. Eine Suche nach dem Begriff „Lake Tahoe“ könnte statt einer langen Linkliste zunächst Fakten liefern, die Google über den See auf der Grenze der US-Bundesstaaten Nevada und Kalifornien kennt, wie etwa Details zu Lage und Höhe des Sees oder die Durchschnittstemperatur und der Salzgehalts des Wassers.

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Google soll verstehen lernen

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Neue Suche betrifft 20 Prozent der Ergebnisse

Kommentare zu " Websuche: Google soll verstehen lernen"

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  • Semantische Suche ist keine gute Idee, im Gegenteil!

    Wenn ich etwas suche, bekomme ich in der Regel nur 10 Suchergebnisse von Google, Bing usw. und hoffe, dass alle relevant sind. Wenn nun statt einer normalen Suche, eine semantische Suche eingeschaltet wird, werde ich dann an den entscheidenden 10 ersten Stellen viele Suchergebnisse bekommen, die zwar mit dem Suchobjekt assoziert sind, aber nicht relevant sind!

    Beispiel: ich suche "Mailand". Warum sollte ich jetzt die Wetterlage in Mailand als Suchergebnis bekommen? Wenn ich die Wetterlage in Mailand haette erfahren wollen,haette ich wohl "Wetter in Mailand" gesucht! Und wenn ich "Wetter in Mailand" suche, warum sollte "Wetter in Mailand im 18. Jahrhundert" als Suchergebnis erscheinen? Das ist zwar mit dem Objekt meiner Suche verbunden aber ist zu meiner Suche voellig irrelevant.

    Man hat fast den Eindruck, bei den Verfechtern der semantischen Suche sei der Hauptzweck einer Suchmaschine, ueberraschende und unterhaltsame Suchresultate zu liefern, statt zutreffende und fuer den Verwender relevante Ergebnisse.

  • Mein Ratschlag:

    - Man kann die Suchmaschine von Microsoft Bing benutzen (viel neutraler als Google Search). Falls erforderlich, man kann sich durchaus auch von vielen Browsers gleichzeitig bedienen. Ich benutze normalerweise Microsoft Bing aber wenn ich mit dessen Ergebnissen nicht zufrieden bin, greife ich problemlos auf Chrome zurueck. Seit ich das mache, habe ich aber feststellen koennen, dass Bing meine Beduerfnisse zu 90% abdeckt.

    - Statt Google Docs zu benutzen, sollte man auf aehnliche Services greifen (deren es viele gibt!) oder bei sich zuhause ein privates Cloud mittels einer NAS-Festplatte errichten (diese Loesung ist am sichersten und preiswertesten). Dann sind unsere mit Wort oder OpenOffice erarbeiteten Dokumente optimal geschuetzt und auch unterwegs zugaenglich.

    Alternativloesungen sind immer da. Mein Eindruck ist aber, dass Google dabei ist, seinen Hauptmarkt kaputt zu machen, indem er seine Suchergebnisse immer weniger relevant macht. Es scheint, als ob Google nicht mehr mit Suchfunktionen zu tun haette, sondern lediglich mit der Monetisierung von Suchfunktionen und einer Art Zwangsneurose gegenueber Facebook. Das sehe ich als den Beginn des Endes fuer Google.

  • @ serw

    "Das Ende der freien Suche war schon lange eingeläutet worden." - Jetzt offenbart sich doch nur die banale Tatsache, dass Google immer schon vorrangig nur eins war: eine simple Werbeagentur, "gehyped" alias aufgeblasen zum "Master of the Universe".

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