Webwahlkampf
Chatten mit Hillary

Bei den letzten Präsidentschaftswahlen in den USA hatte Howard Dean mit seinem Internetwahlkampf für Aufsehen gesorgt. Nun hat auch Hillary Clinton das Medium entdeckt, doch bisher sind die Chats eher unspektakulär, konventionell und unkritisch.

Hillary Rodham Clinton geht bei ihrer Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur bei den US-Republikanern ganz zeitgemäß ins Internet. Dort lädt auch sie zum „Gespräch“ und verspricht, auf die Fragen der Menschen einzugehen. Neu ist bei ihr vor allem die Technik, ansonsten knüpft sie auch an ihre „Zuhören-Tour“ vor ihrer Wahl in den Senat 2000 an.

Sicher sei diese Art, das Gespräch mit den Bürgern zu suchen, ein Wahlkampf-Gimmick, erklärten politische Berater, aber nicht unbedingt das Schlechteste. „Hillary muss etwas weicher werden und das ist eine Möglichkeit“, sagt Dane Strother, ein den Demokraten nahe stehender Berater. Und Kathleen Hall Jamieson, eine Expertin für politische Kommunikation, erklärt, Clinton könne auf diese Weise sowohl kompetent als auch sozial erscheinen, was von ihr als Frau erwartet werde.

Und so sitzt Hillary entspannt auf einem Sofa in einer Art „Hillary TV“ und antwortet auf die Fragen, die auf ihrer Website eingehen. „Wir haben viel zu bereden heute Abend“, begrüßte sie die Zuschauer bei ihrem ersten Webchat. „Es ist toll, wie die neue Technik so viele von uns zusammen bringen kann.“

Scharfe Angriffe hat sie nicht zu befürchten, ein Mitarbeiter liest ihr ausgewählte Fragen vor. Die Themen reichen dabei vom Irak-Krieg bis zu ihren Lieblingsfilmen und ihrer sportlichen Betätigung. Spaziergänge und Schwimmen mag sie gern, gesteht sie, aber sie laufe „wie eine Schildkröte“.

Eine Gefahr, in politische Minenfelder zu geraten, gibt es bei dieser Art Gespräch mit den Bürgern nicht. Ein Blogger „in den 20ern“, der sich Erin nennt, erklärt, er sei schon ganz gespannt zu sehen, was Hillary in ihrem Wahlkampf-Blog schreiben werde. Und ein Timothy aus Honolulu erkundigt sich nach Tochter Chelsea und fragt, ob sie nun vielleicht eine größere Rolle spielen werde, als noch zu der Zeit, als ihr Mann Bill Clinton Präsident war. Allgemeine Fragen wie „Wie stehen sie zum Irak-Krieg“ geben Hillary Clinton die Möglichkeit, sich ausgiebig zu äußern.

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