Weltgrößtes Instant Messaging Netz gestartet
Microsoft und Yahoo chatten gemeinsam

Der Internetriese Yahoo und die weltgrößte Softwarefirma Microsoft haben ihre bislang strikt voneinander getrennten Programme für Sofortnachrichten über das Internet ("Instant Messenger") zusammengeführt. In einem weiteren Schritt, so Yahoo-Deutschland-Chef Terry von Bibra gegenüber dem Handelsblatt, ist auch denkbar, dass beide Unternehmen demnächst die Telefonfunktionen ihrer populären Chat-Programme zusammenschließen.

NEW YORK. Dann entstünde mit rund 350 Millionen Teilnehmern das größte Netz für Instant-Messaging und kostenfreies Voice over IP, dicht gefolgt vom bisherigen Marktführer AOL ("AIM", "ICQ"). Beide bedrängt vom rasant wachsenden Newcomer im Markt für Internet-Telefonie Skype, der im April seine 100-Millionsten Neuanmeldung verzeichnete. Der Spätstarter Google konnte mit seinem Programm "Google Talk" bislang nicht zu den großen der Branche aufschließen.

Seit heute können Nutzer von "Yahoo Messenger" und "MSN Live Messenger" miteinander kommunizieren. Aus Konkurrenzgründen hatte alle Anbieter im Markt über Jahre ihre Systeme hermetisch gegen ihre Wettbewerber abgeschottet. Die endgültige Freischaltung der Dienste nach der angelaufenen Betaphase soll in "einigen Monaten" erfolgen, so Dorothee Ritz, Deutschlandchefin von Microsofts Onlinedienst MSN auf Anfrage. Sie betonte, dass trotzt der engeren Zusammenarbeit beide Dienste als eigenständige Plattform erhalten bleiben. Es gebe derzeit auch keine Pläne für eine Zusammenarbeit etwa in den Bereichen Marketing oder Werbung. Ob die Nutzer der jeweiligen Programme auch Zugriff auf Dienste des anderen - zum Beispiel auf Online-Terminkalender - bekommen werden, sei momentan ebenfalls noch nicht entschieden. Beide Unternehmen hatten ihre Pläne im Oktober 2005 angekündigt.

Instant Messenger sind kleine Programme auf dem PC- oder Mobiltelefon, in die Nachrichten eingetippt und auf Knopfdruck an Empfänger mit der gleichen Software gesendet werden. Dabei findet die Kommunikation nur unter bekannten Personen ("Buddies") statt. Weiterhin können Dokumente ausgetauscht und mittlerweile oft auch Video- oder Telefonkonferenzen geführt werden. Weltweit werden bis 2009 rund 1,2 Mrd. Menschen Messenger-Programme nutzen, erwartet die kalifornische Researchfirma The Radicati Group nach über 900 Millionen dieses Jahr. Im vergangen Jahr wurden täglich über 12 Mrd. der kostenlosen Kurzbotschaften - vergleichbar mit SMS - versendet.

Die früheren reinen Chatprogramme werden derzeit mit Hochdruck zu Kommunikationszentralen ausgebaut. Die neue Version des Yahoo Messengers etwa ermöglicht über kleine Zusatzprogramme bereits direkten Zugriff auf den Blogging-Bereich Yahoo 360°, Yahoo Musik und Yahoo Finanzen. Darüber hinaus lassen sich auch populäre Seiten wie Amazon.com oder eBay direkt aufrufen.

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