Weltweit schnellste Computer

Chinesische „Milchstraße“ bleibt die Nummer eins

Ein Supercomputer aus China bleibt mit großem Abstand an der Weltspitze der schnellsten Rechner der Welt. Der unmittelbare Verfolger müsste seine Leistung verdoppeln, um die „Milchstraße“ zu übertreffen.
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Der Supercomputer Tianhe-2 (MilkyWay-2) im National Super Computer Center in Guangzhou: Er ist der schnellste Rechner der Welt. Quelle: dpa
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Der Supercomputer Tianhe-2 (MilkyWay-2) im National Super Computer Center in Guangzhou: Er ist der schnellste Rechner der Welt.

(Foto: dpa)

FrankfurtAn der „Milchstraße“ kommt vorerst niemand vorbei. Zum fünften Mal in Folge hat es der Supercomputer „Tianhe-2“ aus China auf den ersten Platz in der Liste der weltweit schnellsten Superrechner geschafft. Tianhe - zu deutsch Milchstraße, ist an der Universität für Verteidigungstechnologie in Guangzhou im Einsatz und rechnet mit 33,86 Petaflop (Billiarden von Kalkulationen) in der Sekunde. Auch Deutschland ist unter den Top Ten vertreten: Auf dem neunten Platz rangiert die Rechenanlage Juqueen, die IBM für das Forschungszentrum Jülich gebaut hat. Der Superrechner schafft eine Rechenleistung von 5,0 Petaflops.

Europas schnellste Rechenanlage steht in der Schweiz. Im Supercomputing Center (CSCS) in Lugano steht die Anlage vor allem für Forschungsprojekte und beispielsweise Wettervorhersagen zur Verfügung. Sie ist im Ranking aktuell auf dem sechsten Platz gelistet und kommt auf eine Leistung von 6,27 Petaflops.

Als Neueinsteiger hat es „Shaheen II“ aus Saudi-Arabien mit einer Leistung von 5,53 Petaflops auf den siebten Platz geschafft. Die Anlage des US-Herstellers Cray steht in der Universität für Wissenschaft und Technologie in Jeddah. Japan ist unter den Top Ten weiterhin mit seiner Fujitsu-Anlage Riken vertreten. Das System am Institut für Computerwissenschaft erreicht eine Leistung von 10,51 Petaflops.

Vom Z1 zum PC
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Mit ihm fing alles an: Das Foto zeigt Konrad Zuse mit dem Nachbau seines Z1. Das mechanische Rechenwerk sollte Zuse lästige Rechenarbeiten abnehmen, die er für sein Bauingenieurstudium bewältigen musste. Der Z1 gilt als Vorläufer für den späteren Z3, den ersten frei programmierbaren Computer der Welt. Mit gerade einmal 26 Jahren baute Zuse 1936 in einer Berliner Wohnung den Rechner zusammen.

Foto: dpa

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Der Z1, hier im Berliner Technikmuseum zu sehen, füllte noch den Platz eines Doppelbetts und war wegen mechanischer Probleme unzuverlässig. Zusammen mit dem Rechner erfand Zuse die Nutzung des Binärsystems als Grundlage der modernen Informatik. Alternative Ansätze konnten sich nie durchsetzen.

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1941 baute Zuse gemeinsam mit dem Erfinder Helmut Schreyer den Z3, den weltweit ersten funktionsfähigen Digitalrechner, der frei programmierbar war.

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In den USA galt lange der 1944 gebaute ENIAC als weltweit erster Computer. Anders als der Z3 wurde der ENIAC auf komplett elektronischer Basis konstruiert. Statt wie Zuses Rechner und alle modernen Computer arbeitete der ENIAC nicht auf Grundlage des Binärsystems, sondern mit dem Dezimalsystem.

Foto: US Army

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Ab den 1950er Jahren wurden Rechnersysteme auch für erste Unternehmen interessant. 1956 kündigte IBM den 305 RAMAC an, der von 1956 bis 1961 gebaut wurde. Es war der erste kommerziell erfolgreiche Computer mit eigener Festplatte, auf der fünf MegaByte Daten gespeichert werden konnten - deutlich weniger als ein Hundertstel dessen, was heute selbst auf kleinen USB-Sticks gespeichert werden kann. Die Maschine hatte ein Gewicht von einer Tonne.

Foto: US Army

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Waren Computer bis in die 1960er Jahre noch absolute Exoten, so eroberten sie ab den 1970er Jahren zunehmend Betriebe. Eines der populärsten Computermodelle dieser Zeit war die hier abgebildete 16-Bit-Maschine PDP11 von DEC. Sie wurde unter anderem bei der Steuerung von Kraftwerken, Verkehrswegen und Telefonnetzen eingesetzt. Ein offen spezifiziertes einfaches Bus-System ermöglichte Konkurrenzherstellern eigene Peripheriegeräte für den Computer zu bauen, was zur Popularität des Rechners beitrug.

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Die Ära der Supercomputer wurde ebenfalls in den 1970er Jahren eingeläutet. Besondere Bekanntheit erlangte in diesem Zusammenhang die Firma Cray. 1976 entwickelte ein Team unter Seymour Cray den hier abgebildeten Cray-1, den das Los Alamos National Laboratory, ein Forschungsinstitut der US-Regierung, für 8,8 Millionen Dollar kaufte. Insgesamt wurden weltweit etwa 80 Cray-1 verkauft - bei Stückpreisen zwischen fünf und acht Millionen Dollar ein Geschäft, das sich lohnte.

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Die übrigen fünf Plätze unter den Top Ten belegen Anlagen aus den USA, ganz vorn auf Platz zwei Titan von Cray im Oak Ridge National Laboratory (17,59 Petaflops) und auf dem dritten Platz der Supercomputer Sequoia von IBM in Livermore mit 17,17 Petaflops. Noch immer sind die Vereinigten Staaten das Land, das die meisten Rechner in der Liste Top 500 beisteuert, die Zahl der Platzierungen nimmt jedoch ab. In der aktuellen Liste kommen 231 Rechenanlagen aus den USA, im November 2013 waren es noch 265.

Lange hatte der Computerkonzern IBM als Hersteller die Liste dominiert. Inzwischen steuert Hewlett-Packard mit 177 Anlagen 35,4 Prozent bei. IBM folgt mit 108 Systemen und 21,6 Prozent. Der US-Hersteller Cray hält mit 71 Supercomputern einen Anteil von 14,2 Prozent.

Die Liste der Top 500 schnellsten Rechner wird alle sechs Monate im Rahmen der International Supercomputer Conference herausgegeben, die abwechselnd in Deutschland und in den USA stattfindet, diesmal in Frankfurt am Main. Die Liste geht zurück auf die Initiative des Mannheimer Informatikers Hans Werner Meuer, der im Januar 2014 starb.

  • dpa
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