Weniger Besucher als erwartet
Games Convention verfehlt selbst gestecktes Ziel

Die Leipziger Computerspielemesse Games Convention (GC) ist am Sonntag mit einem Besucherrekord zu Ende gegangen. Trotzdem sind die Veranstalter nach einer atemberaubenden Entwicklung in den vergangenen Jahren auf dem harten Boden der Tatsachen angekommen.

HB LEIPZIG. Erstmals in ihrer jungen Geschichte hat die Veranstaltung in diesem Jahr ihr selbst gestecktes Ziel nicht erreicht: Statt der erwarteten 200 000 Besucher kamen nur rund 185 000 auf das Leipziger Messegelände. Damit dürften die Diskussionen um die Zukunft der GC in Leipzig neue Nahrung bekommen.

Messegeschäftsführer Josef Rahmen sagte gleichwohl: „Die GC 2007 hat alle unsere Ziele übererfüllt.“ Die gekommen seien, hätten sich zufrieden wieder aus Leipzig verabschiedet. „Sowohl bei den Ausstellern und Fachbesuchern als auch beim Privatpublikum zeigt sich ein Höchstmaß an Zufriedenheit. Dieses Ergebnis unterstreicht einmal mehr, dass die Branche mit der GC als europäische Leitmesse in Leipzig ein ideales Zuhause hat“, sagte Rahmen.

Auch Olaf Wolters, Geschäftsführer des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware, erklärte: „Die GC 2007 war wieder eine erfolgreiche und großartige Messe.“ Das neue Hallenkonzept sei aufgegangen; sowohl die Fachbesucher als auch die privaten Besucher hätten dank der größeren Flächen und der neuen Hallenaufteilung bessere Bedingungen vorgefunden. Die professionelle Zusammenarbeit mit der Leipziger Messe sei der Branchenmesse erneut zugute gekommen. „Ich bin rundum zufrieden und freue mich auf das nächste Jahr, wenn es wieder heißen wird: Willkommen in Leipzig!“

Denn das es zumindest bis zum nächsten Jahr in Leipzig weitergeht, ist vertraglich festgelegt: Bis 2008 haben BIU und Leipziger Messe die GC gemeinsam geplant. Was danach wird, steht allerdings in den Sternen. Denn der Erfolg der europäischen Leitmesse für interaktive Unterhaltung, Edu- und Infotainment, mobiles Gaming und Hardware hat längst auch bei anderen Messegesellschaften Begehrlichkeiten geweckt.

Die Leipziger werden hart mit dem BIU verhandeln müssen, um eine Abwanderung der Messe verhindern zu können. Offenbar haben sie bei den Ausstellern der GC 2007 bereits Munition gesammelt. So zitierte die Messe in ihrem Abschlussbericht unter anderem Bernd Fakesch von Nintendo Deutschland mit den Worten, die Games Convention sei eine enorm wichtige Messe für das Unternehmen, „und Leipzig ist aus unserer Sicht ein idealer Standort“. Nirgendwo in Europa würden so viele Spiele-Hersteller, Händler und Gamer in so direkten Kontakt miteinander treten. Für Electronic Arts erklärte Deutschland-Geschäftsführer Thomas Zeitner, seinem Unternehmen habe in diesem Jahr gut gefallen, dass völlig neue Zielgruppen nach Leipzig gekommen seien, speziell Frauen und ältere Gamer.

503 Aussteller aus 31 Ländern zeigten in Leipzig ihre neuesten Produkte. Wichtigstes Thema waren Angebote für neue Zielgruppen: Die Branche will nach eigenen Angaben mehr Frauen und auch ältere Spieler anlocken. Laut einer Umfrage des Leipziger Instituts für Marktforschung im Auftrag der Messe waren 52 Prozent (2006: 45 Prozent) der Besucher älter als 20 Jahre. Ein Fünftel waren Frauen (2006: 17 Prozent).

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