Wenn der Geldschein nicht auf dem Bildschirm erscheint: Software gegen Geldfälscher

Wenn der Geldschein nicht auf dem Bildschirm erscheint
Software gegen Geldfälscher

Die Gefahr, dass gefälschte Geldscheine im Portemonnaie landen, wächst mit der Qualität der Drucker. Was für Fotos und Grafiken erwünscht ist, erweist sich als unerwünschte Hilfe für Geldfälscher. Versteckte Funktionen in Bildbearbeitungsprogrammen soll nun helfen, die kriminellen Aktivitäten einzudämmen.

hiz DÜSSELDORF. Geldscheine simpel zu fälschen ist zum Leidwesen vieler Bürger fast kinderleicht geworden. Ein einigermaßen guter Scanner und ein guter Farbdrucker in Verbindung mit dem Arbeitsplatzrechner genügen bereits für eine Fälscherwerkstatt. Es fehlt nur eine Software zum Scannen, Manipulieren und Drucken der Blüten. Neuere Software schiebt dem strafbaren Treiben allerdings einen Riegel vor. Will man ein digitalisierte Banknote mit dem neuen Adobe Photoshop öffnen, verweigert die Software die Kooperation. „Diese Anwendung unterstützt die unbefugte Verarbeitung von Banknotenbildern nicht“, heißt es in der Fehlermeldung, die immer dann auftaucht, wenn eine in der Software integrierte intelligente Bildanalyse das Motiv eines Geldscheins erkennt.

Entwickelt wurde diese Technologie von der Central Bank Counterfeit Deterrence Group, einem Konsortium von 27 Zentralbanken in Japan, Kanada, Europa und den USA. Diese Gruppe hat Marktführer Adobe dazu veranlasst, die Technologie in seine Softwarepakete einzubauen. Der Hersteller schweigt allerdings darüber, in welchen Programmen die Analyse mittlerweile integriert ist. Diese Informationen könnten Geldfälschern dabei helfen, die Software zu umgehen und ihr schändliches Tun fortzusetzen.

Adobe zerstreut die Bedenken der Anwender, die befürchten dass die Programme durch diese Funktionen verlangsamt werden. Nach Aussagen des Herstellers arbeitet die Mustererkennung so schnell, dass die Performance der Software nicht beeinflusst wird. Adobe ist nicht der einzige Anbieter, der diese Technologie implementiert hat. Auch andere Programme für die Bildbearbeitung sowie mehrere Scanner unterbinden das Erstellen von digitalen Abbildern der Geldscheine. Damit wird diese zuerst bei Farbkopierern eingeführte Beschränkung auf weitere digitale Medien übertragen. Teilweise rufen die Programme dann eine Webseite auf, die nachdrücklich auf mögliche illegale Handlungen hinweisen.

Notwendig und wichtig sind solche Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Fälschungen. Deswegen sind, nach einem Beschluss der Europäischen Zentralbank aus dem vergangenen Jahr, alle Reproduktionen unrechtmäßig, „die die Öffentlichkeit mit echten Euro-Banknoten verwechseln könnte“. Für „Werbe- und andere Zwecke“ sind Abbildungen unter anderem dann zulässig, wenn sie deutlich größer oder kleiner als die Original-Banknoten sind. Diese Formate öffnen dann auch die Bildbearbeitungsprogramme.

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