Werbung in Computerspielen
Google goes Gaming

Die Übernahme des auf Werbung in Computerspielen spezialisierten Start-Ups Adscape durch den Suchmaschinenriesen Google ist nach Informationen des Branchendienstes „Cnet“ und des US-Magazins Red Harring jetzt in trockenen Tüchern. Die Dienste nennen informierte Kreise als Quellen.

Adscape will so genannte „dynamische Werbung“ in Computer- und Videospielen schalten. Dabei werden die aktuellen Werbespots immer dann neu aufgespielt, also praktisch „geschaltet“, wenn der Spieler online ist. Der Preis für Adscape soll bei rund 23 Mill. Dollar gelegen haben. Beide Unternehmen wollten die »  Berichte nicht kommentieren.

Analysten verweisen allerdings darauf, dass diese seit längerem spekulierte Übernahme eher atypisch für Google wäre. Normalerweise – wie etwa zuvor bei der Videoplattform Youtube – würden Marktführer gekauft. Adscape Media in San Francisco, 2006 von früheren Spielemanagern gegründet, habe bislang jedoch praktisch keinen Marktanteil oder Umsatz.

Die Branchenführer sind IGA Worldwide, Double Fusion und Massive Inc. Massive wurde 2006 von Microsoft übernommen, um die Werbe-Vermarktung der seiner Online-Dienste einschließlich der Gaming-Plattform Xbox-Live voranzutreiben. Im September 2006 hat Microsoft seine Plattform „Digital Advertising Solutions“ gestartet, die nach angaben von Joanne Bradford, Vice Präsidentin Microsoft Corp., über die Marken MSN, Xbox-live und Windows live, weit über 465 Mill. Werbekunden erreichen kann. Die Yankee Group rechnet damit, dass der Umsatz alleine mit Werbung in Online-Spielen bis 2010 auf über 500 Mill. Dollar weltweit ansteigen könnte.

Werbung in Video- und PC-Spielen ist vor allem interessant, um junge Zielgruppen zu erreichen. 2006 hat die Chrysler AG nach eigenen angaben bereits rund 20 Prozent der Werbeetats für das Modell Dodge Caliber in „nicht traditionelle Werbung“ investiert, darunter Werbetafeln im Computerspiel Tom Clancy - Ghost Recon“.

Google versuchte bereits seit geraumer Zeit neue Werbefelder wie Radiowerbung und Printwerbung zu erschließen. Über 90 Prozent des Umsatzes und Ertrags werden bislang mit Textanzeigen zu suchergebnissen über Google-suchanfragen erzielt.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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