Wettlauf der Elektronik-Messen
IFA sagt der Cebit den Kampf an

Die Internationale Funkausstellung in Berlin tritt die Flucht nach vorne an. Die "IFA" wird nach Informationen von Handelsblatt.com ab 2006 jährlich stattfinden und nicht mehr wie bisher nur alle zwei Jahre. Die Entscheidung soll heute Abend im Kreis der Veranstalter getroffen und morgen verkündet werden, heißt es in Messekreisen.

HB DÜSSELDORF. Mit dem Schritt soll die Abwanderung der Hersteller von Flachbildfernsehern, Multimedia-Computern, Hi-Fi-Anlagen oder DVD-Geräten zur Computermesse Cebit gestoppt werden. Gleichzeitig kündigte die Kölner Messegesellschaft an, die Photokina 2006 (26. September bis 1. Oktober) um einen Bereich "lifestyle media" in der neu dazugekommenen Halle 9 zu erweitern. Im Mittelpunkt sollen Heimvernetzungslösungen rund um das Bild stehen, so ein Sprecher der Messe. Also kommen damit ebenfalls Dinge wie Flachbildfernseher, fotofähige MP3-Spieler, Multimedia-PCs und Festplattenrekorder nach Köln.

Der seit langem erwartete Schritt der Berliner Funkausstellung, der am Mittwoch auf einer Pressekonferenz offiziell verkündet werden soll, kommt nur Tage, nachdem der japanische Elektronikriese Sony seine Teilnahme an der Cebit 2006 abgesagt hat. Seit Computertechnik und Heimunterhaltung immer stärker miteinander verschmelzen, liefern sich die beiden großen Branchenmessen IFA und Cebit einen erbitterten Kampf um Aussteller aus der Boombranche Konsumelektronik wie Samsung, Philips, Sony oder Panasonic. Nun kommt als Konkurrent auch noch die Photokina in Köln dazu.

Das Problem: Aus Kostengründen wollen selbst die Großen der Branche nur noch eine Veranstaltung pro Jahr bestücken. Angesichts der raschen Entwicklung der Digitaltechnik gerät die IFA mit ihrem antiquierten zweijährigen Rythmus dabei immer mehr ins Hintertreffen gegenüber der Cebit. Für den jährlichen Termin haben sich vor allem Firmen wie Samsung, Sharp und Loewe stark gemacht, heißt es. Dagegen habe sich vor allem Sony ausgesprochen. Der angeschlagene japanische Konzern hatte bereits auf der IFA 2005 für Aufsehen gesorgt, als er die angemietete Halle 18 nur noch mit dem Nötigsten ausgestattet und mit schwarzen Tüchern abgehängt hatte. Der minimierte Messeauftritt habe laut Geschäftsführer Manfred Gerdes aber immer noch über 3 Millionen Euro eingespart.

Für alle Messen steht viel auf dem Spiel. Die Investitionsgütermesse Cebit belegt sämtliche 27 Hallen des Hannoveraner Messegeländes und ist die bekannteste Ausstellung der Deutschen Messe AG. Die IT-Messe hat mittlerweile Ableger in den USA und China. Doch die Boomzeiten, als die Besucherzahlen fast an die Millionengrenze stießen, sind vorbei. Dieses Jahr lag die Besucherzahl mit 480 000 um sechs Prozent unter Vorjahr - Tendenz weiter fallend.

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